Blumenkohl-Gnocchi mit Haselnuss-Minzpesto – Schreibfaul.

Ich bin heute schreibfaul. Gestern auch schon. Was vermutlich daran liegt, dass ich diese Woche sehr, sehr viel gearbeitet habe. Unter sehr viel Zeitdruck. Das ist nie gut. Da werde ich extrem unkreativ. Trotz freiem Freitag musste ich gestern nochmal ran an die Arbeit. Zwei Exceltabellen mussten noch fertiggestellt und verschickt werden. Schon mal erwähnt, dass ich Excel hasse? Nein? Ich hasse Excel. Egal. Gestern Nachmittag habe ich dann irgendwann den Bürolaptop zugeklappt. Und meinen privaten aufgeklappt. Wohlwissen, dass da noch ein Rezept rumliegt, dass ich euch zeigen wollte. Inklusive einer Menge Bildern, die bearbeitet werden wollten.

Das mit den Bildern war relativ schnell erledigt. Zu meiner Verwunderung. Normalerweise ist es umgekehrt. Der Text steht in nullkommanix, für die Bilder brauch ich ewig, bis ich zufrieden bin. Naja. War mir sehr recht, dass das schnell vonstatten ging. Als ich mich dann an den Text machte, passierte Folgendes: Nämlich nichts. „Nix“, wie wir ja sagen. Und zwar gar nix. Ich starrte die Tastatur an, in der Hoffnung, dass meine Finger sich von alleine bewegen, aber das brachte leider auch nichts. Und ich merkte relativ schnell, dass da auch nichts mehr passieren würde. Da war nur trockener Staub. In meiner kreativen Gehirnhälfte. Das konnte ich förmlich spüren.

Also klappte ich den Laptop relativ schnell wieder zu. Um die Frustrationsgrenze nicht zu überschreiten. Und tat, was ich immer tue, wenn ich da Gefühl habe, ich brauche Inspiration und muss die Kreativität in mir wecken. Ich machte mir einen Milchkaffee mit Extraschaum, zog meine aktuell liebsten Kochbücher aus dem Regal, setzte mich in die Sonne und stöberte. Und blätterte. Und las ein bisschen. Und war mal wieder überrascht, wie oft ich in die Kochbücher schauen kann und jedes Mal doch wieder ein Rezept entdecke, dass mir davor noch gar nicht wirklich aufgefallen war.

Das Resultat meines Inspirationshungers war, dass ich völlig nervös unsere Pläne fürs Abendessen über den Haufen warf, da ich minimum 14 Rezepte sah, die ich unbedingt gestern Abend essen wollte. Ich konnte mich aber nicht entscheiden. Und wurde völlig wuschig. Der Herzensmensch kennt das natürlich von mir. Was zur Folge hat, dass er – je wuschiger ich werde – eine noch größere Ruhe ausstrahlt und dann einfach entscheidet: dann machen wir heute Abend eben Sommerrollen. Ok. Machen wir Sommerrollen. Gute Idee. Und ich verschob den Blogpost auf heute. In der Hoffnung auf mehr Schreiblust und mehr Kreativität. Tja, Pustekuchen.

Ich habe vorhin ein paar Zeilen geschrieben um mich dann plötzlich in der Küche wiederzufinden, wie ich Gemüse fermentiere. Ich habe noch nie davor Gemüse fermentiert. Ich wollte das immer mal machen, ja, aber dann kam doch jedes Mal etwas dazwischen. Ich hatte mir das für heute gar nicht vorgenommen, es ist einfach passiert. Ein klassisches Wegrennen vor der Schreibfaulheit. Nachdem ich nun also Lauch, Karotten und Paprika geschnibbelt und minutenlang mit viel Salz massiert, das ganze Gemisch in sterile Gläser gepackt und zum Fermentieren in die Ecke gestellt habe, hab ich mir dann eben doch nochmal den Laptop geshnappt.

Und tippe hier nun mehr schlecht als recht in der Gegend rum. Und hab auch schon wieder tausend Dinge im Kopf, die ich stattdessen machen könnte. Ich will euch aber unbedingt noch das Rezept für die Blumenkohl-Gnocchi zeigen. Die sind wirklich lecker. Und schmecken gar nicht so sehr nach Blumenkohl. Nur ein wenig. Die feine Note macht sie umso besonderer. Ich liebe ja Gnocchi mit Pesto. Und da spätestens dieser Salat bewiesen hat, wie gut Minze und Blumenkohl miteinander funktionieren, gibt es ein ultraschnelles Haselnuss-Minzpesto dazu. Ohne viel Öl. Ohne viel Parmesan. Ohne viel Tamtam. Oder Chichi.

Die Rezeptmenge ist mit einem ganzen Blumenkohl für vier bis sechs Personen. Ich finde, wenn Gnocchi machen, dann viele auf einmal, da es schon etwas aufwendig ist. Man kann sie nach dem Garprozess aber supergut einfrieren und hat so immer welche im Tiefkühler parat. Einfach auftauen lassen und in etwas Butter oder Öl anbraten. Für die superschnelle Feierabendküche.

Habt es fein.
Eure Hannah

Blumenkohl-Gnocchi mit Haselnuss-Minzpesto

Zutaten
  

Für die Gnocchi

  • 500 g Blumenkohl
  • 300 g Kartoffeln
  • 300 g Mehl (ich: halb 630 Dinkel, halb Hafermehl)
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL glatte Petersilie

Für das Haselnuss-Minzpesto

  • 2 EL Haselnüsse
  • 2 EL Minze
  • 1 EL Parmesan
  • 3 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Salz

Anleitungen
 

  • Für die Gnocchi den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Blumenkohl in kleine Röschen teilen. Die Röschen waschen und gut abtropfen lassen. Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Kartoffeln und Blumenkohl darauf verteilen. Alufolie darüber legen und ca. 25 Minuten im Ofen rösten. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen.
  • Blumenkohl und Kartoffeln entweder durch eine Kartoffelpresse drücken oder gut zerstampfen. Petersilie waschen und fein hacken. Zusammen mit dem Ei und dem Mehl zu der Blumenkohlmasse geben. Salz dazugeben und alles zu einem Teig verrühren. Der Teig wird sehr weich sein. Das ist ok so.
  • Großzügig Mehl auf einer Arbeitsfläche verteilen. Aus dem Teig fingerdicke Würste formen. Eventuell noch etwas Mehl einkneten, wenn es sich anfangs nicht gut formen lässt und an der Arbeitsfläche anklebt. Mit einem Messer die Teigwürste in ca. 2 cm lange Gnocchis schneiden. Diese mit einer Gabel leicht eindrücken.
  • In einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi portionsweise in das siedende Wasser geben und solange warten, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dort noch ca. 30-60 Sekunden schwimmen lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausheben, etwas abtropfen lassen und auf einen Teller geben.
  • Währenddessen für das Pesto die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett ca. 10 Minuten anrösten. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. Sobald sie nicht mehr so heiß sind, die Schale so gut es geht abreiben. Die Minze waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen. Den Parmesan in grobe Stücke schneiden. Alles zusammen mit dem Öl und dem Salz in einen Standmixer geben und zu einem groben Pesto mixen. Ggf. noch etwas Öl dazugeben.
  • Zum Servieren etwas Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Gnocchi darin ein paar Minuten goldbraun anbraten, dabei mehrmals umschwenken. Zusammen mit dem Pesto servieren.

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