Zitroniger Spargel-Kartoffelsalat mit mariniertem Fetakäse – Gartenplanung.

Das war schon ein kleines Glück. Als der Herzensmensch heute in unser geliebtes „Brot & Butter“ im Manufactum reinstiefelten. Unser erster Café-Ausflug seit Corona. Und auch wenn ich eigentlich ausschließlich nur noch alles selbst backe, egal ob Brot, Brötchen, Baguette, Fladenbrot, Wurzelbrot, Ciabatta oder die Grissini zum Prosecco, das Brot, dass es im Brot&Butter gibt, ist eine Wucht. Wären die Käsesorten nicht mindestens genauso gut, würden wir vermutlich tatsächlich nur hingehen um Brot mit Butter zu essen und der Name wäre Programm. Und so saßen wir bei Tassen voller Milchschaum und 5 verschiedenen Brotsorten (ok, Croissant war auch dabei) und plauderten über die Gartenplanung und blätterten im Gartenkatalog vom Manufactum. Der einem per se Lust am Gärtnern macht.

Ohne davor auch nur einen Gedanken an Gartenplanung verschwendet zu haben, findet man sich in diesem Katalog blätternd wieder und interessiert sich plötzlich nicht nur für jegliche alte Rosenarten, Rettichsorten oder gelbe Himbeeren, sondern meint auch mindestens, diese eine Grabgabel unbedingt haben zu müssen. Und die verzinkte Gießkanne eigentlich auch. Und die absolut cool gelöste Form von Hochbeeten und Gewächshäusern. Und man spielt in Gedanken kurz die Größe seines Balkons im Kopf durch und überlegt, wie man das alles gestalten könnte oder müsste um maximal viel anpflanzen zu können.

Auch wenn wir schon lange wutssen, dass wir mal einen tollen Garten haben wollen, spätestens heute wären wir endgültig angefixt. Der Katalog hat uns dennoch ziemlich in den Bann gezogen. Und wir fanden uns mit Block und Stift wieder und haben unser Grundstück und unseren Garten gezeichnet und aufgemalt, was wir wo hinpflanzen wollen. Und jeder durfte Wünsche äußern. Für Obstbäume, Gemüsesorten, Ziersträucher und Schnittblumen. Wir haben uns ziemlich ausgetobt und hatten großen Spaß. Und wir können es kaum erwarten, nächsten Sommer loslegen zu können. Dennoch musste ich den Herzensmenschen etwas ausbremsen. Auf seiner Liste standen nämlich auch die verschiedensten Kartoffelsorten. Linda. Laratte. Blauer Schwede.

Ja, tolle Sorten und tolle Namen. Aber auch wenn unser Grundstück nicht unbedingt klein ist, einen Kartoffelacker will ich eigentlich nicht haben. Dafür haben meine Eltern ein sehr großes Grundstück, auf dem der halbe Landkreis Kartoffeln anbauen könnte. Lieber sichern wir uns da ein Plätzchen. Meine Schwiegereltern bauen da auch schon ihre Kartoffeln an. Und meine Eltern für sich selbst und meine Großeltern. Da mischen wir uns einfach drunter. Dass der Herzensmensch unbedingt seine Kartoffeln braucht, verstehe ich ja. Als alter Nordmann liegt das in seinen Genen. So wie ich leicht panisch werde, wenn keine Zitronen für mein morgendliches Zitronenwasser da sind, so ist das bei ihm mit den Kartoffeln. Sprich: wir haben immer Kartoffeln da. Immer.

Ich mochte Kartoffeln schon immer, konnte aber auch darauf verzichten. Ich glaube, während dem gesamten Studium hab ich vielleicht fünf Mal Kartoffeln gekauft. Und auch heute noch: bevor ich ein Rezept mit Kartoffeln überlege, fallen mir tausend andere Dinge ein. Trotzdem stehen sie bei uns im Schnitt einmal in der Woche auf dem Tisch. Dank des Herzensmenschen und seiner Kartoffelliebe. Dabei versuchen wir, die Knollen so abwechslungsreich wie möglich einzusetzen, aber es gibt natürlich ein paar Klassiker: Kartoffelgratin, Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen und cremiges Kartoffelpüree sind dann schon öfters dabei.

Irgendwann bin ich dann auf den Geschmack von den Kartoffeln gekommen, die ich in diesen Salat gepackt habe. Gekocht bzw. gedämpft, zerdrückt und dann nochmal gebraten oder gebacken. Herrlich! Die Röstaromen sind unvergleichbar gut. Dazu ofengerösteter Spargel, Schwarzaugenbohnen und Erbsen. Für möglichst viel unterschiedliche Textur. Getoppt wird mit eingelegtem Fetakäse und einem zitronig-frischen Dressing.

Wir haben letztens fast vergessen, die eigentlichen Dinge vom Grill zu futtern, weil uns der Salat immer wieder so schmeckt. Was ich euch zudem ans Herz legen mag: Fetakäse selbst einlegen. Schmeckt so viel besser, als der gekaufte. Ausschlaggebend ist natürlich gutes Olivenöl. Ansonsten kann man frei seine liebste Geschmacksrichtung wählen. Und hat immer ein leckeres Topping für Salate, Pasta, Rührei und Co. im Kühlschrank.

Habt es fein.
Eure Hannah

Zitroniger Spargel-Kartoffelsalat mit eingelegtem Fetakäse

Portionen 2 gute Esser

Zutaten
  

Für den Salat

  • 6-7 mittlere neue Kartoffeln mit Schale
  • 300 g grünen oder lila Spargel
  • 1 Handvoll Erbsen (frisch oder TK)
  • 1 Handvoll Schwarzaugenbohnen (oder weiße Bohnen)
  • 1 EL Pinienkerne
  • 3 Zweige Rosmarin
  • Olivenöl
  • Zitronenöl (optional)
  • Salz
  • Pfeffer

Für den eingelegten Fetakäse

  • 200 g Schaf- oder Ziegenfeta
  • gutes (!) Olivenöl
  • 2-3 Stängel/Zweige frische Kräuter nach Wahl (Rosmarin, Thymian, Basilikum, etc.)
  • 1 kleine Chilischote (optional, wer es scharf mag)
  • 5-7 schwarze Pfefferkörner
  • etw. Meersalz

Für das Joghurtdressing

  • 2 EL Olivenöl
  • 4 EL griechischer Joghurt
  • 1/2 Biozitrone
  • 1 EL weißer Balsamicoessig
  • 1 TL Honig
  • Salz
  • Pfeffer

Anleitungen
 

Für den eingelegten Fetakäse (am besten drei Tage im Voraus vorbereiten)

  • Den Fetakäse in Würfel schneiden und in ein fest verschraubbares Glas geben. Die Kräuter und Gewürze dazugeben, vorsichtig salzen (der Käse selbst ist oft schon sehr salzig) und alles mit Olivenöl auffüllen. Der Käse sollte mindestens zur Hälfte im Olivenöl schwimmen, das macht in haltbar. Das Glas fest verschrauben und ein paar Mal auf den Kopf drehen, so dass sich das Öl überall gut verteilt. In den Kühlschrank stellen. Nach zwei bis drei Tagen ist der Geschmack dann schon sehr gut. Immer wieder im Vorbeigehen das Glas auf den Kopf drehen, damit sich das Öl immer gut verteilt.

Für den Salat

  • Falls die Schwarzaugenbohnen getrocknet verwendet werden, diese nach Packungsanleitung garen. Wenn Dosenware verwendet wird, die Bohnen in einem Sieb abtropfen lassen. Die TK-Erbsen auftauen lassen.
  • Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Die Kartoffeln gut waschen und mit Schale entweder ca. 15 bis 20 Minuten weich dämpfen (ich nehme ein Bambusdämpfkörbchen) oder in kochendem Salzwasser in der gleichen Zeit weichkochen. Die fertigen Kartoffeln auf einen Teller legen und mit der Gabel etwas plattdrücken, sodass sie aufplatzen.
  • Die Kartoffeln in eine Schüssel legen und mit etwas Olivenöl und Salz vermischen. Die Rosmarinzweige untermischen. Beiseite stellen.
  • Den Spargel waschen, die holzigen Enden entfernen und die Stangen in 2-3 cm lange Stücke schneiden.
  • Die Spargelstücke auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen. Mit etwas Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern. Für 10 MInuten in den Ofen schieben.
  • Nach zehn Minuten das Backblech aus dem Ofen holen. Den Spargel auf eine Seite schieben. Auf der anderen Seite die Kartoffeln mitsamt Rosmarin verteilen. Nochmals für 10-15 Minuten in den Ofen schieben, bis die Kartoffeln leicht geröstet und die Spargelstücke stark geröstet sind. Aus dem Ofen nehmen und lauwarm auskühlen lassen.
  • Währenddessen die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten.
  • Ebenso das Dressing vorbereiten. Die Zitrone gut waschen, auspressen und ein bisschen von der Schale abreiben. Dazu alle Zutaten mit einem Schneebesen gut verrühren.
  • Den Salat auf einer großen Platte anrichten. Dazu ein Bett aus Bohnen und Erbsen bereiten, die Kartoffeln und Spargel darauf verteilen und alles mit Pinienkerne und zerkrümeltem Fetakäse toppen. Das Joghurtdressing entweder darübergeben oder separat dazureichen.

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