Rhabarberkuchen mit weißer Schokolade und Haselnussstreuseln – Overload.

Ihr so: „Och nöö, nicht noch ein Rhabarberkuchen!“ Ich so: „Hell, yes!“ Ich will jetzt nicht auf Knien vor euch rumrutschen. Aber solltet ihr tatsächlich in Erwägung ziehen, diesen Rhabarberkuchen NICHT auszuprobieren, muss ich das dann doch tun. Wir haben hier nämlich mal wieder ein absolutes Rührkuchenträumchen vor uns. Supersaftig und superlecker. Das absolute Gegenteil von staubiger Krümelmasse, die sich unter dem Decknamen „saftiger Rührkuchen“ dann doch oft versteckt. Der Kuchen war so eigentlich gar nicht geplant und es gibt auch kein Rezept, an das ich mich gehalten habe.

Er entstand eigentlich nur, weil ich von meiner Oma „ein bisschen“ Rhabarber mit nach Stuttgart bekommen habe. Ok, die ganze Wahrheit: ich habe ungefähr zwei Rhabarberstauden bekommen. Die Rhabarberstauden von Oma werden nach der Rhabarbersaison zu meinem Papa auf die Obstwiese versetzt. Dann hat Omi keine Arbeit mehr damit. In diesem Frühjahr darf er aber nochmal in ihrem Garten wachsen. Und das tut er. Vorbildlich sozusagen. Jedenfalls rief Oma an und fragte, ob ich etwas Rhabarber mit nach Stuttgart nehmen möchte, wenn ich am Wochenende vorbeikomme. Da braucht sie bei mir nicht zweimal nachfragen, denn die Rhabarberliebe ist groß.

Also sind der Herzensmensch und ich an einem der letzten Wochenenden auf dem Rückweg nach Stuttgart zu meinen Großeltern gefahren um den Rhabarber einzupacken. Selbstredend gab es erstmal Rhabarberkuchen für alle, eh klar. Als Oma dann den Rhabarber für mich holte, blieb mir das letzte Stück Kuchen schlicht im Hals stecken. Zwei Körbe. Zwei Körbe voller dicker und dünner Rhabarberstangen. Bildschön sahen die aus, keine Frage. Aber ich mein, zwei Körbe? Das sind gefühlt 15 kg. Oh Mann, Oma! Wir sind ja nun auch nicht zu siebt in Stuttgart, aber gut. Ich weiß, dass ich mit Oma da gar keine Diskussion starten muss. Also bin ich dankbar und freue mich über den tollen Rhabarber.

Und rede auf der Heimfahrt kein Wort, weil ich in Gedanken eine Liste mit rund 123 Rhabarberrezepten anlege. Der Herzensmensch ist geduldig und hat aber insgeheim die Befürchtung, ab jetzt wochenlang Rhabarber essen zu müssen. Ich kenn ihn doch, meinen Liebsten! Tja, so ganz weit her geholt ist das ja auch nicht, aber ich versuche, ihn zu schonen und es ihm häppchenweise unterzujubeln. Zuhause angekommen, lege ich los. Ofengeröstetes Rhabarberkompott ist kinderleicht und kann in großen Mengen vorbereitet werden.

Ich mache zwei große Einmachgläser voll – eines mit Vanille geröstet und eines mit Tonkabohne – und freue mich jeden Morgen, etwas davon in mein Porridge zu geben. Oder abends ein bisschen was in den Quark und als Nachtisch auf dem Sofa löffeln. Das schmeckt dem Herzensmensch auch sehr. Glück gehabt. Dann mache ich noch ein Chutney. Chutney im Haus zu haben ist immer gut, vor allem, wenn die Grillsaison beginnt. Wobei das Rhabarberchutney auch sehr gut zu Käse passt. Ja und dann will ich noch einen Rhabarberkuchen machen. Der Rhabarber-Käsekuchen wäre eine Option, da wäre auch der Herzensmensch direkt am Start, weil Käsekuchen und so. Aber da benötigt man nicht so viel Rhabarber und ich hab ja noch fast zwei Kilogramm übrig.

Also wird das Köpfchen angeschmissen und überlegt. Wie bekomme ich den Herzensmenschen auf meine Seite, wenn keine Quarkcreme oder Cheesecakefüllung im Spiel ist?! Hah! Weiße Schokolade! Die muss rein. Wenn der Gute nämlich weiße Schoki wittert, ist alles zu spät. Da sieht und hört er drum herum eh nichts mehr. Also kommt weiße Schoki in den Teig. Und zwar in recht großen Stücken. So, dass sie wirklich rausschmeckt. Und das tut sie. Und die beiden – Rhabarber und weiße Schoki – mögen sich so unglaublich arg, dass man es richtig knistern hört. Da sind ordentlich Frühlingsgefühle im Spiel, das könnt ihr mir glauben.

Der Herzensmensch war tatsächlich so überzeugt von dem Kuchen, dass er nach dem vierten Stück dann letztendlich meinte: „Das ist voll der Blog-Kuchen, der muss drauf!“ Sein Wunsch ist mir Befehl. Ich hab ihn aber vorsichtshalber noch zweimal gebacken, damit ich euch mit dem Rezept auch keinen Quark verzapf. Mein Büro hat sich gefreut. Tja, und den restlichen Rhabarber? Den hab ich eingefroren. Dort ruht er erstmal gut, bis das Kompott aufgebraucht ist.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für eine Springform mit 26 cm Durchmesser

Für den Teig
150 g Butter
200 g Rohrzucker (ich: halb Honig, halb Kokosblütenzucker)
3 Eier
100 g griechischer Joghurt (alternativ: Schmand)
600 g Rhabarber
200 g weiße Schokolade
300 g Mehl
125 g gemahlene Mandeln
11/2 TL Backpulver

Für die Streusel
60 g Mehl
60 g gemahlene Haselnüsse
70 g Rohrohrzucker
80 g eiskalte Butter

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit Backpapier auslegen und am Rand fetten. Den Rhabarber waschen, ggf. schälen und in 1 cm große Würfel schneiden. Die weiße Schokolade ebenfalls in 1 cm große Würfel hacken.
Die Butter in einem kleinen Topf zerlassen. In einer großen Schüssel den Zucker und die Eier mit dem Handrührgerät hell und cremig schlagen. Die Butter und den Joghurt dazugeben und unterrühren. In einer zweiten Schüssel das Mehl mit den Mandeln und dem Backpulver mischen. Zu der Buttermischung geben und kurz unterrühren, gerade so, dass alles miteinander verbunden ist. Den Rhabarber und die Schokolade unterheben. Den Teig in die Springform füllen und ca. 55 Minuten backen. Stäbchenprobe machen.
In der Zwischenzeit die Streusel vorbereiten. Mehl, Nüsse und Zucker in einer Schüssel mischen. Die Butter in kleinen Würfeln dazugeben. Alles rasch zu Streuseln kneten. Nach 20 Minuten Backzeit, den Kuchen kurz aus dem Ofen nehmen, die Streusel darauf verteilen und den Kuchen weitere 35 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

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2 Kommentare

  1. Liebe Hannah,
    entschuldige bitte, gestern hatte ich dich im „Moveorespiro“ darauf angesprochen; du hast nichts vergessen, natürlich steht in deinem Rezept „gemahlene Haselnüsse“ – ich habe es einfach übersehen. Das nächste Mal lese ich einfach noch gründlicher.

    Viele Grüße, Susann

    1. Liebe Susann,
      nein, du hattest tatsächlich Recht – ich hatte wirklich nur Haselnüsse geschrieben.
      Ich hab gleich nachgeschaut, als ich zuhause war und es dann schnell geändert;-)
      Ganz herzlichen Dank für den Hinweis!!!
      Viele Grüße
      Hannah

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