Apfel-Kokoskuchen – Stoppschilder.

Es ist wieder soweit. Aber bis ich es geschnallt habe, dass ES wieder soweit ist, das hat einige Zeit gedauert. ES ist zum einen die Tatsache, dass ich aktuell wieder ab und an ein leichtes Zwicken rechts und links in der Rippengegend spüre. Und zum anderen die Tatsache, dass der Oktober sich verabschiedet und Platz für den November macht. Und wir wissen alle, was das bedeutet. Also zumindest die, die hier schon etwas länger mitlesen. Aufklärend ist andernfalls dieser, dieser oder dieser Blogpost. Jedenfalls, to make long story short: eine gewisse Symbiose bilden die beiden Faktoren „November“ und „Hannah’s Zwischenrippennerv“.

Man könnte meinen, sie stehen in irgendeiner Beziehung zueinander. Wohl kaum einer liebevollen. Dachte ich zunächst. Aber ich sehe das mittlerweile anders. Natürlich ist es erstmal verrückt, wie unglaublich clever unsere Nerven sind. Absolute Oberschlaumeier sind das. Dass da so tief in deren Gedächtnis jemand sitzen muss, der jedes Jahr aufs Neue flüstert: „Hey Zwischenrippennerv! Ja, du! Es wird Winter. Zeit, mal wieder in die Rippengegend von Hannah zu schlüpfen.“

Aber neben dieser ganzen Verrücktheit und neben der Tatsache, dass es nervt. Dass diese Nerven tierisch nerven. Neben dem ganzen Mimimimi die letzten drei November. Neben all dem, bin ich meinen Zwischenrippennerven sehr, sehr dankbar. Ohne ihre unerschütterliche Penetranz wäre ich heute nicht an dem Punkt, an dem ich bin. Mit mir. Mit dem Leben. Wir sind mittlerweile Kumpels. Und wie das unter Freunden so ist, man passt auf sich auf. So auch bei uns. Sie passen auf mich auf. Sie sind meine Stoppschilder. Sie verhindern, dass ich einfach auf die Straße renne. Ohne nach rechts und nach links zu schauen.

Sie zwicken und ich halte kurz inne. Frage mich: wie geht es mir? Passt alles? Muss ich vielleicht kurz mal langsamer atmen? Meinem Kopf wieder gut zu reden, der in eine andere, in die alte Richtung denkt? Quasi einmal kurz ein Allroundcheck. Inklusive mentaler Ebene. Das Schöne daran: es gibt mittlerweile nur noch sehr selten Situationen, in der ich meine Grenzen um ein Haar überschritten hätte. Ich mache das nicht mehr. Einfach nicht darauf hören, was mein Inneres sagt. Zumindest in 98 von 100 Fällen lausche ich sehr intensiv. Und in den anderen beiden Fällen kommen dann meine Kumpels ins Spiel. Zwicken mal kurz rechts und links.

Und bringen mich dazu, auch noch an die unbequemen Stellen genau hinzuhören. Ja, genau. An die Stellen, die ich dann doch manchmal noch gerne zur Seite schiebe. Weil es einfacher ist. Bequemer. Dank der lieben Zwischenrippennerven komme ich aber da nicht mehr drum herum. Und das ist auch gut so. Denn wir wissen alle: die Folgen wären schmerzhaft. Und damit haben sie mich sowieso. Meine Kumpels. Zu wissen, dass sie sich wieder ganz arg fies entzünden können, lässt mich lieber kuschen.

Und auch noch die unbequemen Stellen im Kopf bearbeiten. Alles besser als entzündete Zwischenrippennerven. Und weil ich meinen Stoppschildern so dankbar für die ganzen Entwicklungen der letzten Jahre bin, dürfen sie gerne ab und an vorbeikommen und mich in die Rippen zwicken. Wir plaudern kurz. Wir essen ein Stück Kuchen. Wir trinken eine Tasse Tee. Und dann gehen sie auch schon wieder. Der Apfel-Kokoskuchen bietet sich da ganz besonders an. Ein saftiger easy-peasy Rührkuchen, der mich schon sehr lange begleitet. Ein Notfallkuchen. Falls die Kumpels kurzfristig auf der Matte zwischen den Rippen stehen.

Ein Kuchen, dessen Zutaten ich eigentlich immer im Haus habe. Äpfel, Kokosmilch und das übliche Kuchenkladeradatsch. Super schnell zusammengerührt und eigentlich nichts Besonderes, wenn da nicht diese leichte Kokosnote durchkommen würde. Die ist der Clou. Apfel und Kokos. Wer hätte das gedacht. Aber ich sag‘s euch, die passen verdammt gut zueinander. Aber was rede ich wieder lange?! Probiert selbst. Schlagsahne dazu ist im Übrigen nicht verboten.

Habt es fein.
Eure Hannah

Apfel-Kokoskuchen

Zutaten
  

  • 4 Äpfel
  • 2 Eier
  • 80 g Rohrohrzucker (ich: Kokosblütenzucker)
  • 1/2 Vanilleschote
  • 120 g Kokosöl (oder weiche Butter)
  • 200 g Mehl (ich: Hafermehl)
  • 60 g Kokosraspel
  • 2 TL Backpulver
  • 100 ml Kokosmilch

Für den Guss

  • 2 EL Puderzucker
  • 3 EL Kokosmilch
  • Kokosraspel

Anleitungen
 

  • Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform (26cm) mit Backpapier auslegen und den Rand fetten.
  • Die Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die gewölbte Rückseite der Äpfel dicht an dicht einschneiden.
  • In einer Schüssel das Kokosöl (oder die Butter) mit Zucker und dem Mark der Vanilleschote hell und schaumig aufschlagen. Die Eier hinzufügen und gut verrühren.
  • Das Mehl mit dem Backpulver und den Kokosraspeln mischen. Abwechselnd mit der Kokosmilch und die Eiermasse rühren.
  • Den Teig in die Springform füllen, die Äpfel hineinsetzen und leicht eindrücken. und im vorgeheizten Ofen ca. 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
  • Für den Guss die Kokosmilch mit dem Puderzucker verrühren. Den Guss rautenförmig über den Kuchen ziehen. Mit Kokosraspeln bestreuen und servieren.

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