Quiche mit Grünkohl und Möhren – Nervenfutter.

Die Pop Up Bakery war für mich ein riesengroßer Spaß. Und wenn ich mich so umhöre, dann höre ich ähnliche Stimmen rund um mich herum. Spaßig, lecker, schön. Nur einer ist da anderer Meinung. Einer steht in der Ecke, schmollt und motzt. Tja, könnte mir grundsätzlich ja schnuppe sein. Was ist schon eine Stimme von vielen. Wenns einfach nur irgendeine Stimme wäre. Isses aber nicht. Es ist – tadaaaaaaaa – mein Nerv. Genauer gesagt mein Zwischenrippennerv. Ja genau der. Das kleine Biest, das sich bereits vor drei Monaten so schlimm entzündet hatte, dass es mich ziemlich viel an meiner Lebensweise ändern ließ. Ich hatte um Weihnachten schon darüber geschrieben. Eigentlich dachte ich vor der Pop Up Bakery ja, dass der Nerv so gut wie ausgeheilt ist. Endlich, nach fast drei Monaten. Tja, falsch gedacht. Den ganzen Backspaß fand er wohl überhaupt nicht lustig. Dachte sich, die Hannah, wie sie wieder rumspinnt und meint, 32 Stunden backen zu müssen. Wo ich doch noch gar nicht richtig ausgeheilt bin. Der zeig ichs! Gedacht, getan. Und so hat sich der kleine Mistkerl durch die große Backchallenge wieder so doll entzündet, dass ich gefühlt nun wieder am selben Punkt stehe, an dem ich vor drei Monaten schon stand. Das ist ein Spaß kann ich euch sagen. Nicht. Wieder heißt es nun: schonen, schonen, schonen. Mein Hass-Wort des Jahres 2017/2018.

Schonen kann ich einfach nicht gut. Wobei ich schon besser bin als letztes Mal. Man lernt ja dazu. Sitze brav auf dem Sofa, lasse die Arbeit Arbeit sein, um mich herum Schüsslersalze, Globuli, Heilkräuteröle, Schmerztabletten, viele Bücher usw. Ihr wisst wahrscheinlich besser als ich, was schonen bedeutet. Noch habe ich eine Engelsgeduld. Ich habe aber auch einen Pakt mit Mister Nerv. Noch eine Woche darf er mucken. Ab heute. Dann ist Schluss. Eine Woche halt ich noch still, gehe brav an meiner Yogamatte, meinen Laufschuhen und meinen Pilatessocken vorbei. Versuche tapfer nicht jeden Jogger innerlich zur Hölle zu befördern. Nach der Woche ist aber Schluss. Dann will ich wieder normal sein dürfen. Zumindest für meine Verhältnisse normal. Und ja, ich werde das Pensum etwas herunterschrauben. Weiß ich ja selbst, dass das alles etwas zu viel ist. Mach ich ja. Aber bitte, bitte lieber Nerv, sei dafür auch ein bisschen gnädig und werde ganz schnell wieder heil. Ich geb dir dafür auch ordentlich Nervenfutter. Damit du nicht zu nerven anfängst. Alles, was du gerne magst, versprochen. Ok, ich muss es auch mögen. Das ist aber die einzige Bedingung. Und da wir beide absolute Quichefans sind, gibt’s heute eine. Leckeres Nervenfutter.

Quiche geht immer. Quiche ist für mich die ultimative Ich-hab-alles-Mögliche-im-Kühlschrank-was-mach-ich-nur-daraus-Lösung. In Quiche schnippel ich alles rein. Da lass ich meiner Kreativität freien Lauf. Und dabei kann ich mit vor Stolz geschwollener Brust behaupten: es hat immer wunderbar lecker geschmeckt. Wirklich.
Ok, das ist bei mir und Quiche auch nicht schwer. Quiche gibt’s bei mir fast auf jedem Buffet, das ich für Gäste mache. Egal, ob Brunch oder Fingerfood, mindestens eine Quiche ist dabei. Kennt ihr schon meine Birnen-Ziegenkäse-Quiche auf dem Blog? Knaller. Oder die Tomatenquiche mit Bailikumcreme? Geilomat. Ich hab noch so viele im Rezepthinterstübchen, passt nur auf. Heute mal wieder eine Kreation ohne Sinn. Aber dafür umso leckerer.

Flower Sprouts, Möhren und Süßkartoffel hab ich reingemacht. Kennt ihr Flower Sprouts? Das ist eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl. Ultragesund und lecker. Leider bekommt man die hübschen Röschen nicht sehr oft. Ihr könnt deshalb auch ganz normalen Grünkohl verwenden. Knuspriger Mürbteig, würziger Käse und eine ordentliche Portion gemahlene Muskatnuss gehören sowieso in jede Quiche und machen diese für mich letztendlich dann auch zum Nervenfutter. Oder auch Seelenfutter. Dazu ein kleiner Salat und alles ist gut. Gell Nerv, siehst du auch so. Ich mache die Quiche am liebsten zu zwei Dritteln mit pflanzlicher Milch und nehme nicht viel Käse, das macht sie etwas leichter. Und als Quicheexpertin empfehle ich euch: aufgewärmte Quiche schmeckt am besten. Wenn sie richtig schön durchziehen konnte. So Nerv und du nervst jetzt nicht rum sondern kommt zum Essen.

Habt es fein.
Eure Hannah


Für eine 24cm Tarteform (idealerweise mit Hebeboden)

Für den Mürbteig
250 g Mehl (ich: halb Dinkel 1050, halb Dinkel 630
1 TL Salz
½ TL Thymianblättchen, frisch oder getrocknet
125 g kalte Butter
5-6 EL eiskaltes Wasser

Für die Füllung
1 rote Ziebel
3 große Möhren
1 Süßkartoffel (oder mehr Möhren)
200g Grünkohl (ich: Flower Sprouts)
3 Eier
100 ml Sahne
300 ml pflanzliche Milch (ich: Hafermilch)
80-100 g Gryère (oder anderen würzigen Hartkäse)
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Sonnenblumenkerne

Für den Mürbteig das Mehl mit dem Salz und den Thymianblättchen mischen. Die Butter in kleinen Stücken dazugeben und mit den Händen zu groben Bröseln zerreiben. Esslöffelweise das Wasser zugeben und alles gut miteinander verkneten. Den Teig zu einen flachen Scheibe formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
Den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 5mm dick auswellen und in die gefettete Tarteform legen. Den Rand formen und den restlichen Teig entfernen. Mit einer Gabel mehrmals den Teig einstechen. Dann Backpapier auf den Teig legen, mit Hülsenfrüchten beschweren und ca. 15 Minuten blindbacken. Das Backpapier entfernen und nochmals 10 Minuten backen.
In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten. Die Zwiebel schälen und in dünne Streifen schneiden. In einer großen Pfanne einen guten Schuss Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten, bis sie weich und süßlich sind. Die Möhren und die Süßkartoffel schälen und grob raspeln. Vom Grünkohl den Strunk entfernen und die Blätter in dünne Streifen schneiden. Das Gemüse zu den Zwiebeln geben, ordentlich salzen und pfeffern und einige Minuten mitdünsten. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. Die Eier mit der Sahne und der Milch gut verquirlen. Mit einer ordentlichen Portion Muskatnuss (ruhig ein halber TL) würzen, salzen und pfeffern. Den Käse reiben und daruntermischen. Das Gemüse ebenfalls untermischen und alles auf dem Mürbteigboden verteilen. Glattstreichen und mit Sonnenblumenkernen bestreuen. Ca. 30 Minuten backen, bis die Füllung gestockt ist. Heiß, lauwarm oder kalt servieren.

Du magst vielleicht auch

4 Kommentare

  1. Hallo Hannah, wir sind Fan von Quiche und auch Grünkohl. Dein Rezept hat total gepasst und ist wirklich sehr lecker. Wie haben normalen Grünkohl genommen. Ein feines Rezept. Liebe Grüße!

    1. Liebe Edeltraud,

      freut mich sehr, dass es euch geschmeckt hat.
      Ich bin auch ein großer Fan von Quiche – sie ist so unkompliziert wandelbar und schmeckt einfach immer superlecker!

      Liebe Grüße
      Hannah

  2. Liebe Hannah!
    Über Dein Rezept im „Schrot & Korn“ habe ich Deinen schönen Blog entdeckt und bin gerade am Stöbern. Schön hast Du’s hier! Die Quiche war schon mal der Burner, sooooo lecker. Und ein Rezept aus der Reihe „Mist, wieso ist MIR das nicht eingefallen“ 🙂
    Liebste Grüße,
    Marion

    1. Liebe Marion,

      vielen Dank, das freut mich sehr 🙂
      Ich mag sie auch sehr – vor allem, weil sie so vielfältig abwandelbar ist.

      Und den Gedanken, warum MIR das nicht eingefallen ist, kenne ich bei Rezepten nur zu gut 😉

      Alles Liebe
      Hannah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.