Möhren-Süßkartoffelpüree mit Miso-Brokkoli und Ziegenkäse – Beschäftigungstherapie.

„Ich habe Angst, dass der Winter richtig lange wird.“ Hab ich letztens zum Herzensmenschen gesagt. Dass Covid-19 uns jegliches Zeitgefühl in den nächsten Monaten nehmen wird. Wie es auch schon die letzten Monate war. Genau genommen seit März. Mit einem kleinen Unterschied. Der aber doppelt ins Gewicht fällt. Wir standen mitten in einem wunderbaren Frühling und kurz vor dem Sommer. Und wussten: wenn alle Stricke reißen, kann man immer noch raus. In die Sonne. In die Wärme. Jetzt stehen wir quasi am selben Punkt wie damals. Déjà vu sozusagen.

Nur, dass in einer Woche bereits der November vor der Tür steht. Und ich mich jetzt schon etwas vor meinem Novemberblues fürchte. Ich hoffe sehr, dass der November dieses Jahr gut zu uns ist. Und er dazu auch gleich seine anderen Wintermonatekumpels animiert. Dass er ihnen auf die Schulter klopft. Ihnen sagt, sie sollen ihr Ego mal alle im Schrank lassen. Echt mal. Ich hoffe sehr, sie bringen uns Sonnenschein mit. Und klare Tage. So dass wir wenigstens in der Sonne, eingemummelt in eine Decke, unseren Milchkaffee schlürfen können.

Jedenfalls hat ein Mäuschen zugehört, als ich das alles auch letztens dem Herzensmenschen erzählte. Denn plötzlich rief eine Bloggerkollegin via Instagram auf, Ideen für die kommenden Monate aufzuschreiben. Ideen, wie wir uns beschäftigen können, wenn die nächste Zeit wieder die eine oder andere Herausforderung mit sich bringt. Und es sind so viele schöne Ideen zusammengekommen. Das Rad wurde nicht unbedingt neu erfunden, das musste es aber auch nicht. Vielmehr ging es darum, sich gegenseitig etwas Inspiration zu geben. Und darum, zu zeigen, dass es durchaus Dinge gibt, die man tun kann.

Zum Beispiel etwas Neues lernen. So wie der letzte Lockdown vermutlich so viele Menschen dazu gebracht hat, wieder mehr Brot zu backen. Vielleicht sogar einen Sauerteig zu züchten und sich mit der ganzen Materie der Teigreifung zu beschäftigen. Mir inklusive. Vielleicht werden nun viele Menschen sich das Töpfern beibringen. Oder das Fotografieren. Oder was auch immer. Auch schön fand ich die Idee, sich Themenwochen zu suchen. Als Beispiel wurde Frankreich genannt. In dieser Woche wird sich dann Land und Leuten und der französischen Kultur gewidmet. Es wird französisch gekocht, vielleicht findet man ein Buch eines französischen Autors, das einen anspricht.

Vielleicht bastelt man mal wieder die Weihnachtskarten selbst. Oder den Adventskalender für den Herzensmenschen (gut, dass er hier nicht mitliest, somit ist keine Erwartungshaltung aufgebaut.). Ein Kochbuch durchkochen. Von vorne bis hinten. Hat auch etwas, finde ich. Öfter mal ein Spiel spielen. Puzzeln. Oder alte Zeitschriften lesen. Sich für die Woche bestimmte Dinge vornehmen. Zum Beispiel einen Tag lang JA sagen. Zu allem. Zu jedem. Ein Experiment, dass ich schon unglaublich lange mal machen möchte. Der Herzensmensch hatte das mal eine ganze Zeit lang gemacht. Vor Jahren. Und schwärmt immer noch von den vielen Dingen und Möglichkeiten, die sich daraus entwickelt haben.

Die kommenden Monate haben also durchaus Potential, trotz aller Umstände schön zu werden. Spannend wird auch das Experiment, das der Herzensmensch und ich für einen der kommenden Monate geplant haben. Wir wollen 30 Tage lang nicht einkaufen gehen. Einmal wird eingekauft. An Tag 1. Nochmal eindecken mit frischen Sachen. Und dann nur noch von dem leben, was man im Haus hat. Vorräte aufbrauchen. Kreativ werden. Oh, ich freu mich drauf.

Freuen dürft ihr euch nun über das mitgebrachte Rezept. Das Ganze ist eher aus Zufall entstanden. Verschiedene Komponenten fast willkürlich zusammengewürfelt, die aber ein so gutes Bild abgeben. Die einzeln für sich schon superlecker sind, so gut dann aber doch auch zueinander passen. Der Brokkoli badet in einer Marinade aus Misopaste. Das ist eine fermentierte Sojapaste, die ein unglaubliches Umami hat. Ich würze ungemein viel und gerne damit und kann sie euch nur empfehlen. Alternativ könnt ihr etwas (aber nicht zuviel) Sojasauce nehmen. So oder so ist das alles eine ungemein leckere Angelegenheit.

Habt es fein.
Eure Hannah

Möhren-Süßkartoffelpüree mit Miso-Brokkoli

Portionen 2 gute Esser

Zutaten
  

Für das Möhren-Süßkartoffelpüree und die gebackenen Möhren

  • 5 -6 (bunte) Möhren
  • 1 kleine Süßkartoffel
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Zimt
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise gemahlenen Kreuzkümmel
  • 1 Prise Muskatnussabrieb

Für den Miso-Brokkoli

  • 1 kleiner Brokkoli
  • 1 EL Misopaste (ich: dunkle Paste)
  • 1 EL Ahornsirup
  • 1 EL Olivenöl

Für den Rest

  • 6 Scheiben Ziegenkäserolle
  • 1 EL geröstete, ganze Haselnüsse
  • 1 EL Preiselbeeren

Anleitungen
 

Für das Möhren-Süßkartoffelpüree und die gebackenen Möhren

  • Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Die Möhren und die Süßkartoffel schälen und in fingerdicke Spalten schneiden. Auf dem Backblech verteilen, mit etwas Olivenöl und Salz mischen und im Ofen ca. 25-30 Minuten backen, bis das Gemüse weich ist. Den Backofen für den Brokkoli angeschaltet lassen.
  • Ein paar der Möhren für später zur Seite legen. Das restliche Gemüse zusammen mit den anderen Zutaten im Standmixer pürieren. Dabei die Gemüsebrühe langsam dosieren, damit das Püree nicht zu flüssig wird. Abschmecken und beiseite stellen.

Für den Miso-Brokkoli

  • Den Brokkoli in Röschen teilen, den Strunk in kleine Würfel schneiden, alles waschen und abtropfen lassen. Den Brokkoli in einer Schüssel mit kochendem Wasser bedecken und 6-7 MInuten ziehen lassen. Abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken.
  • In der Zwischenzeit die Zutaten für die Marinade verrühren. Den Brokkoli gut darin wenden, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und für ca. 10-12 Minuten im Ofen rösten, bis sich braune Stellen bilden. Warmhalten.

Für die Fertigstellung

  • Die Ziegenkäsescheiben in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze beidseitig ein paar Minuten anbraten, bis die Oberfläche sich goldbraun färbt.
  • Das Möhrenpüree in einem Topf langsam erhitzen. Püree, Brokkoli und die restlichen Möhren auf Tellern verteilen. Den Ziegenkäse darauf anrichten, einen Klecks Preiselbeeren darauf geben und alles mit gerösteten Haselnüssen bestreuen.

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