Quiche mit Möhren, Kresse und Ziegenkäse – Hintergrundrauschen .

Stopp. Können wir vielleicht mal ganz kurz anhalten. Mal ganz kurz auf „Pause“ drücken. Mal kurz stehenbleiben. Und lauschen. Was hört ihr? Richtig. Vogelgezwitscher. Bienensummen. Blätterrascheln. In einer nie dagewesenen Lautstärke. Zumindest hier in Stuttgart. Hier ist es nämlich still geworden. Sehr still. Es fahren nur noch wenige Autos. Wohin sollen sie auch fahren?!

Das ständige, monotone Hintergrundbrummen hat sich gewandelt. In ein ständig monotones Irgendwas. Einen Mix aus Bienensummen, Vogelgezwitscher und Blätterrascheln. Ab und an unterbrochen von Menschenstimmen und Kinderlachen. Aber wenn wir genau hinhören, hören wir noch was. Ein zartes Stimmchen, dass da im Hintergrund singt. Frühling, bist du das? Hah! Erwischt! Sei doch nicht so zimperlich und zaghaft. Du kannst dir in diesem Jahr voller Stolz auf die Brust trommeln. Vermutlich haben dich noch nie so viele Menschen so dankbar und sehnsüchtig empfangen wie in diesem Jahr.

Tag für Tag strahlst du uns von morgens bis abends entgegen. Lässt uns rausgehen. Natürlich zu zweit. Lässt Menschen wieder Natur erleben. Der Wald, der an unsere Ecke in Stuttgart grenzt, war noch nie so voll. Spaziergänger. Jogger. Walker. Fahrradfahrer. Alle, die sonst ins Fitnessstudio wackeln, kommen aus ihren Löchern. Atmen echten Sauerstoff ein. Die Lungen freuen sich. Die Gemüter noch mehr. Es entstehen plötzlich ganz neue Routinen.

In der Mittagspause geht man raus. Um mal kurz dem Homeoffice und den eigenen vier Wänden zu entfliehen. „Draußen sein“ bekommt plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Natur und frische Luft werden unser täglich Brot. Gemeinsame Spaziergänge sind das neue Schwarz. Ok, mehr von den Phrasen fallen mir grad nicht ein. Oder doch: Don’t worry, be outside. Naja, der war schlecht. Jedenfalls finde ich, wir könnten alle miteinander sehr dankbar sein. So grundsätzlich meine ich. Dem Frühling. Der Sonne. Der Natur. Den Vögeln. Den Blüten. Der Stille.

Die Vorstellung, es würde regnen. Tag ein. Tag aus. Von morgens bis abends. „Stay home“ hätte plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Gemüter die jetzige Situation um ein Vielfaches schlechter wegstecken würde. So stehen wir morgens auf und erleben die schönsten Sonnenaufgänge. Sehen den Himmel in den herrlichsten Farben leuchten. Das ist Glück.

Glück ist auch die Quiche, die ich heute mitgebracht habe. Eine absolute Frühlingsquiche. Glücklich wird sie vor allem diejenigen machen, die der Low Carb Ernährung verfallen sind. Der Teig besteht nämlich hauptsächlich aus Mandelmehl, Butter und Quark. Das Gute daran: Mandelmehl gibt es meist noch zu kaufen. Zumindest in den Bioläden. Weil viele damit nicht so viel anfangen können. Das weniger Gute: es ist a****teuer. Das muss jeder dann selbst entscheiden, ob er sich das leisten möchte. Die Quiche schmeckt natürlich auch mit jedem normalen Quicheteig vorzüglich. Für alle die experimentierfreudig sind, ist jetzt die richtige Zeit, mit Mehlsorten zu experimentieren.

Jetzt wo unsere gewohnten Mehlkameraden in Form von Dinkel, Weizen und Roggen ziemlich rar geworden sind, lohnt es sich, vielleicht den einen oder anderen neuen Spielkameraden zu finden. Hier die Mehlsorten, die ich in meiner Schublade habe: Hafermehl, Reisvollkornmehl, Leinsamenmehl, Rotes Linsenmehl, Kokosmehl, Kichererbsenmehl, Kamutmehl, Leinmehl, Hanfmehl, Buchweizenmehl, Mandelmehl, Erdmandelmehl, Dinkelvollkornmehl, Roggenvollkornmehl, Dinkelmehl. Ok, das find ich jetzt selbst etwa bekloppt. Aber ausnahmslos alle Mehlsorten finden bei uns Verwendung. Ich schwör.

Falls ihr Tipps zu den einzelnen Sorten und wie ich sie verwende haben wollt, meldet euch gerne bei mir. Zurück zum Rezept: da es eine Frühlingsquiche werden sollte, habe ich junge Bundmöhren verwendet. Und die Füllung mit Kresse und Frühlingszwiebeln gepimpt. Ein ziemliches Quicheträumchen, sag ich euch. Fand auch der Herzensmensch. Und ihr wisst ja: kritischster Testesser ever.

Habt es fein. Und bleibt gesund.
Eure Hannah

Für eine Quicheform (entweder 12x30cm oder rund mit 26cm Durchmesser)

Für den Teig
100 g Mandelmehl
50 g Kokosmehl (oder mehr Mandelmehl)
40 g Leinsamenmehl
150 g Magerquark
150 g kalte Butter
1 Ei
1 Prise Salz

Für die Füllung
4-5 junge Bundmöhren (je nach Größe der Form)
3 Frühlingszwiebeln
1 Handvoll Kresse
3-4 Stängel glatte Petersilie
100 ml Milch (ich: Hafermilch)
100 g Schmand
3 Eier
150 g Ziegenkäserolle
Salz
Pfeffer

Für den Teig die Mehlsorten in einer Schüssel gut vermischen und auf ein großes Brett geben. Die Butter in kleinen Stücken dazugeben. Den Quark, das Ei und etwas Salz ebenfalls dazugeben und alles mit einem Messer zerhacken. Am Schluss nur kurz durchkneten, bis der Teig zusammenhält. Er wird sehr weich sein, das ist ok. Zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen.
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Mehl auf einer Arbeitsfläche verteilen und den Teig darauf ausrollen. Eine Form fetten, den Teig darin verteilen und einen Rand hochziehen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen, dann mit Backpapier auskleiden und Hülsenfrüchte darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen 10 Minuten blindbacken. Das Backpapier und die Hülsenfrüchte entfernen.
Für die Füllung von den Möhren das Grün bis auf 2 cm entfernen. Die Möhren schälen und beiseitelegen. Den Ziegenkäse in Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln waschen und in dünne Ringe schneiden. Petersilie und Kresse ebenfalls waschen und feinhacken. In einer Schüssel den Schmand cremig rühren. Die Milch dazugeben und gut verrühren. Dann das Ei, die Kräuter und die Frühlingszwiebeln und alles gut verrühren. Mit Salz. Pfeffer und Muskatnuss würzen. Die Füllung auf dem Teigboden verteilen. Die Möhren darauf anrichten und zum Schluss mit Ziegenkäsescheiben belegen.
Im vorgeheizten Ofen 34-40 Minuten backen. Schmeckt warm, lauwarm oder auch kalt sehr gut.

Tipp: Teigreste lassen sich super einfrieren und für die nächste Quiche einfach wieder auftauen.

Tipptipp: die Möhren sind nach dem Backen noch etwas bissfest. Wir mögen da so. Wer sie weicher haben will, kann sie davor 4-5 Minuten in kochendem Wasser blanchieren.

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