Pizza aus Quinoateig mit Lauch, Zwiebeln und Bergkäse – Entschleungigt.

Ich habe heute Morgen mit meiner Mama telefoniert. Wie eigentlich jeden Tag in diesen Zeiten. Manchmal auch mehrfach am Tag. Meine Mama hat jetzt Zeit. Sie ist jeden Abend zuhause. Auch an den Wochenenden. Normalerweise ist das nicht so. Normalerweise ist meine Mama genauso ein Rädchen, wie ich das bin. Ein Rädchen, das nie aufhört, sich zu drehen. Sie saust zwischen ihr Arbeit, ihrem Garten und ihren Ehrenämtern hin und her und hin und her.

Und zuhause flitzt sie die Treppen rauf und wieder runter. Immer etwas tun. Immer am Machen. Immer am Plappern. Mein Papa meint regelmäßig: Ich sperr sie jetzt dann in den Keller. Damit sie mal kurz Ruhe gibt. Sehr liebevoll sagt er das. So ist sie. Und so war sie schon immer. Der Unterschied zwischen meiner Mama und mir ist, dass sie das alles trotzdem mit einer großen Entspanntheit tut. Nicht zwanghaft und nicht perfektionistisch. Ich kann immer noch so viel von ihr lernen. Heute Morgen am Telefon meinte sie: ach, das ist doch gerade alles irgendwie entschleunigend. Die Dinge, die ich jetzt gerade nicht tun will, tu ich eben später. Wir haben ja Zeit.

Natürlich kam sie nicht umhin, noch hinzuzufügen: Wir müssen das dann aber auch schnell wieder lernen. Die Dinge wieder wie am Schnürchen laufen zu lassen. Wo kommen wir denn sonst hin?! Klar, Mama. Das lernen wir dann wieder ganz schnell. Aber für den Moment braucht es das nicht. Für den Moment hat das alles kurz Pause. Und ich höre zwischen den Tönen, zwischen all dem, was die Menschen gerade so vor sich hinplappern, zwischen all den Nachrichten, Live-Tickern, Zahlen, Daten, Fakten, Ängsten, Sorgen und Panik, ganz leise höre ich manchmal ein kurzes Aufatmen.

Eine stille und verhaltene Dankbarkeit, dass der Welt mal kurz der Stecker gezogen wurde. Dass einem vielleicht ein bisschen Zeit geschenkt wurde. Für Dinge, die man lange nicht mehr gemacht hat. Vielleicht bewahren wir uns davon etwas, wenn alles wieder vorbei ist. Wenn alles wieder wie am Schnürchen läuft. Vielleicht sagen wir irgendwann mal: so schlecht war das damals gar nicht. Als wir so eingeschränkt waren. Als wir uns mit uns selbst beschäftigen mussten. Mehr will ich dazu heute gar nicht schreiben.

Vermutlich wird es noch den einen oder anderen Blogpost in nächster Zeit geben, in dem ich meine Gedanken teilen muss. So schnell wird es wohl nicht vorbei sein. Für heute aber reicht es. Ich will noch ein bisschen aus dem Fenster schauen und einfach nur dem Regen zugucken. Das habe ich vermutlich 2001 zum letzten Mal gemacht.

Ein paar kurze Worte zum Rezept. Es ist ein neues Lieblingsrezept. Vom Herzensmenschen und mir. Wir essen die „Pizza“gerade einmal in der Woche. Ich schwör. Der Teig ist wunderbar knusprig. Und super easy herzustellen. Und aus absolut gesunden Zutaten. Und der Belag ist unglaublich vielseitig. Was ihr gerade da habt. Worauf ihr gerade Lust habt. Haut es drauf. Ich hatte Lust auf Frühling und helle Farben. Mit Pilzen hatten wir die Pizza letzte Woche, das war auch sehr lecker. Rein theoretisch könntet ihr auch Tomatensauce, Schinken und Käse draufpacken. Wär jetzt nicht so meins, aber es soll ja euch schmecken. Wie auch immer, probiert es aus und verratet mir gerne eure Lieblingskombinationen.

Habt es fein. Und bleibt gesund.
Eure Hannah

Für eine Pizza

Für den Teig
100 g Quinoa
50 g Hirse (oder mehr Quinoa)
2-3 EL Wasser
1 EL Olivenöl
2 EL geschrotete Leinsamen
2 EL Mehl (ich: Reismehl)
Salz

Für den Belag
1 dicke Stange Lauch
1 rote Zwiebel
2 EL glatte Petersilie
1 kl. Handvoll Sonnenblumenkerne
Salz
Pfeffer
100 g Schmand
50 g Ziegenfrischkäse (oder mehr Schmand)
100 g Bergkäse


Die Hirse und die Quinoa
über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgießen und gut abtropfen lassen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Für den Teig Hirse und Quinoa mit den restlichen Zutaten in einen Standmixer geben, etwas Salz hinzufügen und zu einem glatten Teig mixen.
Den Lauch putzen. Die Zwiebel schälen. Beides in Ringe schneiden. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Lauch und Zwiebeln darin schön weich dünsten. Das dauert ca. 8-10 Minuten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Petersilie fein hacken und zusammen mit den Sonnenblumenkernen unter den Lauch rühren.
Schmand und Ziegenfrischkäse gut mit einander verrühren.
Den Teig kreisrund ca. 2mm dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen.
Im vorgeheizten Ofen 15-20 Minuten backen, bis der Teig leicht braun und knusprig ist.
Die Schmandcreme gleichmäßig auf dem vorgebackenen Teig verstreichen. Den Lauch darauf verteilen und den Bergkäse darüber reiben. Nochmals für 10 Minuten in den Ofen schieben, bis der Käse verlaufen ist. Schmeckt heiß und kalt sehr gut.

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2 Kommentare

  1. Ein wunderschönen guten Morgen habe gerade Ihre Seite entdeckt und muss sagen sehr ansprechend. Sehr,sehr leckere Rezepte.Gefällt mir sehr gut!
    Mit freundlichen Grüßen
    Mayer Siegfried

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