Quiche mit Mangold, Zucchini und Gorgonzola – Gutes Gefühl.

Ok, ich löse das Rätsel auf. Welches Rätsel? Wird sich mancher fragen. Dieses Rätsel. Das Rätsel um die ominösen Klopfgeräusche. Der Herzensmensch hatte wieder mal Recht: „Das verstehen deine Leser*innen nicht. Man könnte meinen, du bist schwanger. Dass das Klopfgeräusche in deinem Bauch sind.“ Quatsch. Dachte ich mir. Und wurde prompt eines Besseren belehrt. Als mir eine liebe Leserin ihre Glückwünsche aussprach, musste ich mir – etwas zerknirscht – eingestehen, dass man das sehr wohl falsch verstehen konnte. Es war da also nichts in meinem Bauch, dass nachts leise angeklopft hat.

Es war ein lieber Freund. Einer, nach dem ich mich immer sehne, wenn ich keine Lust mehr auf die heißen Tage im Sommer habe. Einer, der uns damals entscheiden ließ, im Oktober zu heiraten, weil wir ihn so gernhaben. Ihn und alles, was er mit sich bringt. Und um hier nicht noch ewig mit kryptischen Phrasen um mich zu werfen (weil, irgendwann wird es lächerlich), darf ich vorstellen: unser lieber Freund, der Herbst. Der war es. Der hat damals angeklopft und mir ins Ohr geraunt, dass er ganz bald da ist. Und jetzt ist er da.

Und ich stelle mir wieder mal die Frage, ob ich ihn nicht doch etwas lieber mag, als den Frühling. Aber das tue ich jedes Jahr. Und jedes Jahr im Frühling frage ich mich, ob ich nicht doch den Frühling lieber mag. Es ist immer eine Frage der Betrachtungsweise. Wie so Vieles. Für den Moment bin ich einfach nur froh, dass er da ist. Im Schlepptau all seine kleinen Helferlein, die dieses einzigartige Gefühl in mir schaffen. Dieses Jetzt-ist-der-Herbst-da-Gefühl. Die mich dazu bringen, bei meiner Laufrunde staunende Laute von mir zu geben, wenn ich an besonders großen, besonders schönen und besonders glänzenden Kastanien vorbeikomme.

Die mich den Herzensmenschen ins meterhohe Gestrüpp schicken lassen, um mir den schönsten Hagebuttenzweig zu schneiden. Die die Morgende in die schönsten, goldenen Sonnenaufgänge und die Abende in die bezauberndsten, aquarellfarbenen Sonnenuntergänge tauchen. Die dafür sorgen, dass die ganze Wohnung nach Zimt und gebackenen Äpfeln duftet. Die uns die erste Kürbissuppe mitbringen. Jedes Mal ist das ein Fest.

Die nun schon zum zweiten Mal diese Melancholie in mir hervorrufen, wenn ich an den Oktober vor zwei Jahren denke. Und an die Wochen drum herum. Weshalb aktuell wieder Dahlien in den schönsten Farben überall in der Wohnung leuchten. Und mich so sehr an meinen Brautstrauß erinnern. Ach Herbst, du bist ein gutes Gefühl. Bleib ruhig ein bisschen bei uns.

Das Rezept, dass ich heute mitgebracht habe, ist nicht unbedingt DAS Herbst-Rezept schlechthin. Saisonal und regional ist es aber allemal. Vom letzten Besuch zu Hause habe ich die vermutlich letzte Zucchini aus Mamas Garten und einen Eimer voll Mangold mitbekommen. Im Kühlschrank wartete der Gorgonzola auf seinen (eigentlich anderen) Einsatz. Und da Mangold und Gorgonzola ein absolut gutes Team sind, gab es mal wieder Quiche. Was hat der Herzensmensch da erstmal die Nase gerümpft. Mangold und Gorgonzola. Darauf würde nicht unbedingt seine erste Wahl fallen. „Beim letzten Mal hat sie dir sehr gut geschmeckt.“ War mein einziger Kommentar.

Er hat es auch dieses Mal überlebt. Ich hingegen bringe sie definitiv unter den Top 3 meine liebsten Quiches unter. Für den Teig habe ich mich an diesem Rezept orientiert, wollte aber das Ei weglassen und hab für die Bindung rotes Linsenmehl verwenden. Herausgekommen ist ein sehr knuspriger und nussiger Teig, der definitiv ins Repertoire aufgenommen wird. In Ermangelung der von mir verwendeten Mehlsorten wird aber auch ein normaler Mürbteig (wie z.B. hier) der ganzen Sache dienlich. Und falls ihr keinen Mangold auftreiben könnt, Wurzelspinat macht sich auch gut.

Habt es fein.
Eure Hannah

Quiche mit Mangold, Zucchini und Gorgonzola

Zutaten
  

Für den Teig

  • 80 g rotes Linsenmehl
  • 40 g Kokosmehl
  • 20 g Leinsamenmehl
  • 100 g Skyr (oder Magerquark)
  • 100 g kalte Butter
  • 1 EL Chiasamen (optional)
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung

  • 100 g Mangold
  • 1 kleine Zuchhini (ca. 100 g)
  • 1/2 Zwiebel
  • 80 ml Milch (ich: Hafermilch)
  • 80 g Skyr
  • 2 Eier
  • 100 g Gorgonzola
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss

Anleitungen
 

Für den Teig

  • Die Mehlsorten in einer Schüssel mischen. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben. Alle anderen Zutaten ebenfalls hinzufügen und rasch zu einem Teig verkneten. Er darf sehr weich sein.
  • Den Teig zu einer flachen Scheibe drücken, in Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Für die Füllung

  • Den Mangold waschen und in dünne Streifen schneiden. Die Stiele in kleine Würfel schneiden. Die Zucchini ebenfalls waschen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Den Gorgonzola würfeln.
  • In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen. Die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Zucchiniwürfel und die Mangoldstiele hinzufügen und einige Minuten mitdünsten. Die Mangoldstreifen hinzugeben und unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das Ganze nochmals 2-3 Minuten in der Pfanne lassen, dann beiseite stellen.
  • In einer Schüssel die Eier verquirlen. Die restlichen Zutaten hinzufügen, alles gut miteinnder verrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Für die Fertigstellung

  • Den Ofen auf 180 Grad OBer-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform fetten und mit Backpapier auslegen.
  • Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Mit den Händen einen Teigboden in die vorbereitete Springform drücken und einen Rand hochziehen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und im vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten blindbacken.
  • Die Springform aus dem Ofen holen und die Mangold-Zucchinimasse auf dem Boden verteilen. Den Eierguss gleichmäßig darübergeben. Die Gorgonzolawürfel darauf verteilen und die Quiche ca. 35-40 Minuten backen. Schmeckt heiß, lauwarm oder kalt sehr gut.

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