Polentakuchen mit Trauben – Bestimmungen.

„Es ist einfach meine Bestimmung.“ Sagte ich letzten Samstagmorgen zum Herzensmenschen. „Was? Dass ich in deinem Leben bin? Das weiß ich schon.“ Der kleine Schelm. Recht hat er ja. Ich meinte aber etwas anderes. Ich meinte Schokoladenpfeffer. Oder eben das, was Schokoladenpfeffer alles noch so ist. Über den Blog hinaus. Dieses ganze Ding mit mir und dem Foodgedöns. Dieses Ding, dass mich das letzten Samstagmorgen sagen ließ. Um viertel vor zehn. Im Nachthemd in der Küche.

Seit sechs Uhr am rumwerkeln. Fingerfood für eine Hochzeit. Weil ich natürlich nicht nur eine Sache mitbringen kann. Sondern drei. Und wir aber freitags den ganzen Tag Fließen fürs Haus ausgesucht haben. Also musste ich den Freitagabend, die halbe Nacht und den frühen Morgen nutzen. Macht mir aber ja nichts aus. Im Gegenteil. Ich liebe es. Ich liebe es so sehr, dass ich um viertel vor zehn Uhr am Samstagmorgen noch nicht mal wusste, welches Oberteil ich zu der neuen Hose anziehen wollte. Oder doch Rock und Shirt? Wichtig war eher, wie arrangiere ich den Salat aus Dinkel, gerösteter roter Beete und Feta, damit er transportierbar war, aber sein Aussehen nicht litt.

„Wann willst du eigentlich duschen?“ Eine Frage, die ich oft vom Herzensmenschen höre. Dabei lehnt er dann an der Küchenwand und beobachtet skeptisch mein chaotisches Treiben (im Schlafanzug) und schaut immer wieder auf die Uhr. „Gleich. Ich muss nur noch…“ Ist immer meine Antwort. Und am Schluss wird es die absolut oberknappe Punktlandung (mit minimaler obligatorischer Verspätung). Und meine Haare sind wieder alles andere als eine richtige Frisur. Wuscht. Die Rugelach sehen toll aus.

Wie auch immer. Dieses ganze Ding zwischen dem Foodgedöns und mir ist immens. Immens herzverbunden. Immens spaßig. Immens erfüllend. Nicht selten sind Kochbücher meine Bettlektüre. Und wenn mein Küchengott Herr Ottolenghi ein neues Kochbuch rausbringt, ist es am Erscheinungstag in meinem Besitz. Eh klar. Und ich fange direkt auf der Treppe vor dem Buchladen des Vertrauens noch an, zu lesen. So geschehen letzte Woche in Heslach. Die Verkäuferin musste lachen, als ich völlig quietschend zielstrebig auf den Bücherstapel mit den neuen, duftenden Exemplaren zulief. Grundsätzlich immer auf der Suche nach Inspiration und Wissen.

Gequietscht habe ich auch letzten Freitag in der Fliesenausstellung, als ich die Fliese für meine geplante Gastroküche im Haus in den Händen hielt. Rutschfeste Gewerbefliesen R12 V4. Abspritzbar. Aha. Da wurde es so real. Dass da noch mehr kommen würde. Dass Schokoladenpfeffer noch ziemlich viele Schokoladenpfefferbabys machen würde. Und in solchen Momenten quillt mein Herz ganz schön über. Und ich bin so unendlich dankbar, etwas zu haben, das mich so sehr erfüllt. Gerade tüfteln wir noch ziemlich. Schokoladenpfeffer und ich. An konkreten Konzepten. An Ideen. An Vorstellungen. Und noch ist unser Haus nicht gebaut und meine Gastroküche noch nicht gefliest. Aber trotzdem stehen wir mit dem einen oder anderen Ding schon in den Startlöchern. Dank einem lieben Menschen, der schon vor einigen Jahren in meinem Leben eine sehr inspirierende Rolle gespielt hat. Und der plötzlich, nach einigen Jahren der Kontaktlosigkeit, wie aus dem Nichts, wieder aufgetaucht ist und Schokoladenpfeffer und mich auf einem Teil unseres Weges begleiten wird.

Ganz vielleicht habt ihr die neue Rubrik schon entdeckt, die ich auf die Webseite gepackt habe. Ich hatte ja immer die Vorstellung, gleichzeitig auch noch über unsere Reisen und Herzensorte im kulinarischen Kontext zu schreiben und würde das auch gerne, aber mein Fokus und meine Priorität liegen aktuell woanders. Vielleicht kommt das irgendwann noch dazu. Wenn mir mal langweilig ist. Mehr verraten kann ich noch nicht. Aber das dauert nicht mehr lange. Bis dahin serviere ich euch einfach weiterhin meine liebsten Rezepte. Wie zum Beispiel diesen Traubenkuchen. Ich mag Kuchen mit Polenta unglaublich gerne. Er bekommt dadurch eine ganz besondere Textur. Fest und etwas kernig, aber doch unglaublich saftig und weich. Die Idee mit den Trauben kam mir, als ich auf dem Wochenmarkt ungefähr drei Kilo Trauben mitgenommen habe. Blaue und weiße Muskattrauben, Rosétrauben und kleine kernlose Trauben. Denn nie schmecken Trauben besser als jetzt.

Und im Übrigen sind vor allem blaue Trauben eine absolute Bombe an wichtigen Nährstoffen und dienen dem Zellschutz und der Durchblutung. Greift also jetzt nochmal beherzt zu, wenn ihr an tollen blauen Trauben vorbeikommt. Um Kuchen machen sie sich im Übrigen auch wirklich toll. Saftig, weich und süß und im Geschmack sehr unaufdringlich. Der Kuchen schmeckt aber auch mit jeglicher Art von Beeren toll. Oder einfach nur mit etwas Zitronen-oder Orangenabrieb. Wie ihr das eben am liebsten habt.

Habt es fein.
Eure Hannah

 

Polentakuchen mit Trauben

Zutaten
  

  • 200 g Polenta
  • 130 g Mehl (ich: Hafermehl)
  • 10 g Mohn (optional)
  • 2 Eier
  • 50 g Naturjoghurt
  • 50 ml Olivenöl
  • 170 ml Milch (ich: Hafermilch)
  • 90 g Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 125 g rote Trauben

Anleitungen
 

  • Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit Backpapier auslegen und am Rand gut fetten.
  • Die Trauben waschen und abtupfen. Die Zitrone heiß abwaschen und etwas Schale abreiben. Die Eier trennen. Die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen.
  • Alle Zutaten außer Trauben und Eischnee in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät gut verrühren. Den Eischnee unterheben.
  • Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und die Trauben darauf verteilen. Mit etwas Rohrohrzucker bestreuen. Im vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.
  • Den Kuchen mit Puderzucker bestäuben und mit Schlagsahne servieren.

 

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