Quarkküchlein mit Kokos und Blaubeerkompott – Aufgetankt.

Wie macht es mich glücklich, den ersten Blogpost in 2019 in der Sonne auf dem Balkon schreiben zu können. Im Top. Und kurzer Hose. Mit frisch lackierten roten Fußnägeln. Barfuß. Barfuß ist sowieso für mich Lebensgefühl pur. Ich mag Socken nicht so sehr. Deshalb zögere ich das Barfußlaufen jedes Jahr bis ultimo raus und schlüpfe aus den Socken, sobald die Temperaturen wieder ansteigen. Da ich sowieso immer kalte Füße habe, ist es eh wurscht, ob der Fußboden nach dem Winter noch nicht wieder aufgewärmt ist. So what! Meine Tante hasst Socken so sehr, dass sie IMMER barfuß unterwegs ist. Und damit meine ich IMMER! Egal wie die Temperaturen sind, die Gute hat schlicht keine Socken an. Weder in Boots, noch Stiefeln, noch Turnschuhen.

Ganz so sehr verabscheue ich die Socken dann nicht, trotzdem macht es mich glücklich, seit Karfreitag strümpfelos unterwegs zu sein. Die Geduld hat sich also ausgezahlt. Hab ich im letzten Blogpost noch über den lieben Herr April geschimpft, verwöhnt er uns an diesem Osterwochenende ja geradezu. Denk ich an dieses Ostern zurück, denk ich an Sonnenstrahlen, an den Duft von Gras, an schon fast blühenden Flieder und an frühlingsfrische Zitronentarte. An Kaffee in der Sonne und in kurzer Hose joggen gehen. An das erste Abendessen auf dem Balkon und den Geruch nach Holzkohle. An frische Kräuter auf dem Balkon und den ersten Spargel.

Und ich hab ein Déja-Vu. Ich erinnere mich an letzten April. Den Monat als der Endlossommer begann. Den Monat, als ich die Strümpfe auszog und gefühlt erst nach unserer Hochzeit im Oktober wieder anzog. Oh was war das schön! Wobei es, wenn ich ehrlich bin, gar nicht gleich wieder so übertrieben warm werden muss. Einfach einen schönen Frühling haben. Das wünsche ich mir. Mit etwas mehr Regen als letztes Jahr, damit die Natur die Sonne auch genießen kann. Auftanken. Das macht für mich diesen Frühling aus. Nach langen kalten und nassen Monaten mit meinem Nervendilemma und Dauerschmerzen.

Der Frühling gibt mir meine Kraft zurück. Füllt meine Tanks wieder auf. Ich helfe ihm dabei. Sorge dafür, dass es mir gut geht. Mit vielen kleinen Dingen. Und einer etwas größeren Entscheidung. Ab Mai werde ich einen Tag weniger in der Woche arbeiten. Um mehr Zeit zu haben. Für Herzensdinge. Für mich, für den Herzensmenschen, für Schokoladenpfeffer. Ich liebe meinen Job, aber ich liebe auch meinen Herzensmenschen und Schokoladenpfeffer. Und die beiden haben sich zuletzt an den Wochenenden nicht mehr so gut vertragen. Beide wollten die Zeit mit mir verbringen. Am liebsten den Sonntag. Und so war ich sonntags nie entspannt. Hatte immer einen minutiös geplanten Tagesablauf. Und immer das Gefühl, nicht allem gerecht zu werden. Das war 2,5 Jahre ok. Jetzt will ich das nicht mehr.

Also wird der Freitag mein Schokoladenpfeffer-Tag. Oder auch einfach der Hannah-Tag. Und der Sonntag wird wieder zum Herzensmensch-Tag. Oder für was auch immer wir die Zeit finden wollen. Ganz entspannt. So, wie ein Sonntag sein soll. Die Entscheidung war die Zweitbeste, die ich in der letzten Zeit getroffen habe. Die beste war immer noch, den Herzensmenschen zu heiraten. Eh klar. Aber gleich danach kommt mein Teilzeitantrag. Ich spüre das ganz tief in mir drin. Es fühlt sich einfach nur richtig an. Und ich freue mich auf alles, was die Veränderung mit sich bringt. In jeglicher Hinsicht. Und das Beste daran. Ich kann direkt loslegen. Nächste Woche. Pünktlich zu meinem Lieblingsmonat Mai. Und voll aufgetankt. Das ist Glück.

Eigentlich wäre das jetzt der perfekte letzte Satz gewesen, aber irgendwas muss ich ja noch zum Rezept schreiben. Na gut. Die Quarkküchlein waren vor einiger Zeit ein Experiment. Nach etwas Feintuning sind sie sogar ziemlich gesund geworden. Das war gar nicht so sehr die Absicht, aber hey, beschweren will ich mich natürlich nicht. Wir essen sie gerne sonntagabends als obligatorisches Dessert auf der Couch. Sie taugen aber auch als (süße) Hauptspeise und je nach Geschmack auch zum Frühstück – wobei ich mich da wahrscheinlich jetzt sehr weit aus dem Fenster lehne. Macht es einfach, wie ihr wollt.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser oder ca. 6 Küchlein

Für die Küchlein
250 g Quark
1 kleine reife Banane
½ Biozitrone
2 Eigelb
1 Ei
10 g Mehl (ich: Kokosmehl)
50 g Haferflocken
2 EL Honig
etw. Tonkabohnenabrieb (optional)
30 g Kokosraspel
30 g gepuffte Quinoa (oder mehr Kokosflocken)

Olivenöl
Butter

Für das Blaubeerkompott
200 g Blaubeeren (gefroren)
Honig oder Ahornsirup je nach Süßungsgrad

Für die Küchlein ein Sieb mit einem dünnen Küchentuch auslegen. Den Quark hineingeben, das Sieb über eine Schüssel hängen und mindestens eine Stunde abtropfen lassen. Die Banane pürieren. Die Zitrone heiß abwaschen und die Schale fein reiben. In einer Schüssel den Quark, die Banane, die Eigelbe, Mehl, Haferflocken und Zitronenabrieb gut verrühren. Bei Bedarf etwas Tonkabohnenabrieb dazu geben und verrühren. Den Teig ca. 30 Minuten quellen lassen. Wenn er sich nicht gut formen lässt noch etwas Mehl dazugeben.
In der Zwischenzeit die gefroreren Blaubeeren in einen kleinen Topf geben und langsam erhitzen. Mit Honig oder Ahornsirup süßen und beiseitestellen.
Das Ei in einem tiefen Teller verquirlen. Die Kokosraspel und die gepuffte Quinoa in einem zweiten tiefen Teller mischen.
In einer Pfanne etwas Olivenöl und einen kleinen Stich Butter erhitzen. Mit feuchten Händen aus dem Teig ca. 1 cm dicke Küchlein formen. Diese in verquirltem Ei und in der Kokos-Quinoamischung wenden und in der Pfanne goldbraun auf beiden Seiten ausbacken.
Mit Puderzucker bestäuben und am besten lauwarm mit dem Blaubeerkompott servieren.

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