Kürbis-Nusskuchen mit Cashewfrosting – Hier und da und jetzt.

Eigentlich hatte ich mir überlegt, euch heute schon zu verraten, was im Hause Schokoladenpfeffer ganz bald ansteht. Aber ich habe mich dagegen entschieden. Das mache ich das nächste Mal. Ich sage nur soviel: es wird verdammt lecker. Heute geht es um etwas anderes. Heute ist unser 1. Hochzeitstag. Und obwohl wir seit ein paar Wochen darüber gesprochen haben, dass es bald soweit ist, kam er dann doch wie aus dem Nichts. Zack, peng. Was für mich Anlass genug ist, über die Zeit als solche nachzudenken.

Wie kann es sein, dass ein Jahr so unglaublich schnell an einem vorbeizieht? Ich weiß noch, wie wir die Monate vor der Hochzeit oft das Gefühl hatten, es dauert noch ewig bis dahin. Und jetzt soll es schon wieder ein Jahr vorbei sein? Zugegebenermaßen ist nicht unbedingt wenig in diesem einen Jahr passiert. Gefühlt ein halbes Jahr davon hatte ich ja schon mit meiner Zwischenrippennerventzündung und den Brustwirbelblockaden zu kämpfen. Und die zweite Jahreshälfte stand ziemlich im Zeichen des Hausbaus. Der nun im Übrigen in trockenen Tüchern ist. Bäähm. Voraussichtlicher Einzugszeitraum wird März/April 2021 sein.

Wo wir wieder beim Thema sind. Jetzt kommt mir das noch ziemlich lange hin vor. Wartet nur, bis ich im Haus sitze und euch in einem Blogpost vorjammere, wo die Zeit hin ist und dass wir jetzt schon im Haus wohnen und ich vor eineinhalb Jahren noch darüber geschrieben habe, wie ewig es noch bis zum Einzug dauert. Immer die gleiche Leier. Jaja. Was ich verstanden habe: Die Zeit lässt sich nicht aufhalten. Sie verändert sich aber auch nicht. Die Sekunden vergehen nicht plötzlich schneller, auch wenn es uns manchmal so vorkommt. Was ich verstanden habe, aber noch lernen muss: Den Moment leben. Im Hier und Jetzt leben. Das Jetzt bewusster wahrnehmen. Nicht schon im Übermorgen leben.

Es nicht schlimm finden, keinen Plan A zu haben. Plan B und C schon gar nicht. Es kommt sowieso immer anders als man denkt. Immer. Anders. Eh klar. Also zum Teufel mit den Plänen. Sie gehen nicht auf. Sie geben mir nur das Gefühl, mein Leben unter Kontrolle zu haben. Ich will Kontrolle aber eintauschen. Gegen Vertrauen. Vertrauen ist viel schöner. Und gesünder. Ich werde auch wirklich schon besser. Der Herzensmensch ist mein Vorbild. Einer der unzähligen Gründe, warum ich ihn geheiratet habe. Diesen wunderbar tollen Menschen. Er lebt völlig im Moment. Völlig. Was nicht bedeutet, dass er keine Ziele und Visionen hat. Die hat er. Und die sind nicht zu klein. Sie halten ihn aber nicht davon ab, den Moment zu leben. Sie geben ihm auch nicht das Gefühl, die Zukunft kontrollieren zu müssen.

Also ist er mein Lehrmeister. Und er macht das ziemlich gut. Lehrersohn. Vielleicht zieht es mich auch deshalb in jedem freien Moment in die Küche. Schnippeln, kneten, rühren. Backen, kochen. Während ich das mache, bin ich im Moment. Im Hier und Jetzt. Bin ich völlig achtsam. Und völlig ruhig und konzentriert. Anders geht das gar nicht. Zumindest nicht, wenn dann doch etwas dabei herauskommen soll. Lehrmeister Nummer 2 ist also meine Küche. Gut, dass sich die beiden Lehrmeister so gut miteinander verstehen und Lehrmeister Nummer 1 mir genug Zeit gibt, die ich mit Lehrmeister Nummer 2 verbringe.

Vermutlich ist auch etwas Eigennutz dabei. Der Herzensmensch weiß natürlich genau, dass er bei mir niemals verhungern und kulinarisch immer bestens versorgt wird. Aber das ist ok. Ein bisschen eigennützig sind wir doch alle. Ich will auch nicht bestreiten, dass ich ihm sein Lieblingsfrühstück, bestehend aus einem Laugenbuttercroissant unseres Biobäckers, belegt mit Avocado, Kochschinken und einem Spiegelei, zum Hochzeitstag auch ein bisschen deshalb gezaubert habe, weil es ein absolut stylisches Foodbild abgibt.

Ziemlich gutaussehend finde ich im Übrigen auch den Kürbiskuchen in seiner ganzen Form. Inklusive dem Cashewfrosting und den mit Honig karamellisierten Kürbiskernen. Die glänzen so schön. Der Kuchen ist bei einem meiner letzten sonntäglichen Backexperimente entstanden, währen der Herbstregen leise an das Fenster geklopft hat. Das war so gemütlich, dass ich fast weinen musste. Und als das Kuchenergebnis sich dann auch noch als oberlecker herausstellte war das Glück perfekt.
Ich empfehle euch, das Kürbispüree auf Vorrat herzustellen. Man kann so herrliche Sachen damit machen und es lässt sich wunderbar einfrieren. So hat man auf die Schnelle schon fast eine fertige Kürbissuppe in der Gefriertruhe. Oder eben diesen Kürbiskuchen.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für eine große Kastenform (30cm Länge)

Für den Kuchen
180 ml Kokosöl (oder anderes neutrales Öl)
150 g Kokosblütenzucker (oder Rohrohrzucker)
3 Eier
200 g Mehl (ich: halb Kammutvollkornmehl, halb Dinkel 630)
100 g gemahlene Haselnüsse
170 g Kürbispüree
2 TL Backpulver
1 TL Zimt
½ TL Piment
¼ TL geriebene Muskatnuss
1 Prise Salz

Für das Frosting
170 g Cashewkerne (für mind. 2 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht)
60 ml Ahornsirup
1 TL Zimt
1 Prise Salz

Für die Kürbiskerne
1 Handvoll Kürbiskerne
2 EL Honig

Zunächst das Kürbispüree herstellen. Dafür den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Einen Hokkaidokürbis waschen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Den Kürbis in mundgerechte Stücke schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen ca. 25-30 Minuten weich backen. Etwas abkühlen lassen und dann pürieren. 170 g für den Kuchen abwiegen.
Die Backofentemperatur auf 180 Grad Ober-/Unterhitze herunterdrehen. Die Eier mit dem Zucker mit der Küchenmaschine ein paar Minuten hell cremig aufschlagen. Das geschmolzene Kokosöl dazugeben und kurz unterrühren. In einer Schüssel das Mehl mit den Haselnüssen, dem Backpulver, dem Salz und den Gewürzen vermischen. Zu der Eiermischung geben und kurz unterrühren. Zum Schluss das Kürbispüree dazugeben und nur solange unterrühren, bis alles gut verbunden ist. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Den Teig hineinfüllen und ca. 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Aus dem Ofen holen und vollständig auskühlen lassen.
In der Zwischenzeit den Honig in einer Pfanne erhitzen. Die Kürbiskerne dazugeben und bei starker Hitze einige Minuten karamellisieren lassen. Sie fangen nach ein paar Minuten an zu knacken, dann noch etwas warten. Sobald sie duften und schön glänzen auf ein Backpapier geben und abkühlen lassen.
Für das Frosting die eingeweichten Cashewkerne abgießen und nochmals abspülen. Im einem Standmixer zusammen mit den restlichen Zutaten cremig mixen. Das fertige Frosting auf dem Kuchen verstreichen. Die Kürbiskerne (die vermutlich ziemlich aneinanderkleben) darauf verteilen. Es macht nichts, wenn sie dabei zerbrechen.
Ohne das Frosting hält sich der Kuchen luftdicht verpackt bis zu 5 Tagen frisch. Sobald das Frosting darauf ist, sollte man ihn zeitnah essen, da die Cashewcreme sonst bräunlich anläuft und optisch nicht mehr so schön ist. Haltbar ist allerdings auch bis zu 5 Tagen.

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5 Kommentare

  1. Liebe Hannah,
    der Kuchen sieht total lecker aus, das Rezept verwirrt mich allerdings. Die Cashews aus der Zutatenliste tauchen bei der Zubereitung nicht auf, stattdessen Kürbiskerne. Was passiert mit dem Ahornsirup und dem Zimt? Und die weiße Creme auf dem Kuchen, das eigentliche Frosting, kann ich auch nirgends finden (würde ihn aber trotzdem gerne nachbacken – ersaufe gerade in Hokkaidos).
    Ich freue mich auf Aufklärung des Rätsels,
    Sabine

    1. Liebe Sabine,

      du hast völlig Recht – mir ist bei nochmaligem Lesen heute Morgen auch aufgefallen,
      dass ich beim Tippen des Rezepts wohl etwas neben mir war. Soviel zum Thema „im Hier und Jetzt sein“ 😉
      Ich habe alles angepasst und hoffe, das Rätsel aufgelöst zu haben.

      Viele liebe Grüße
      Hannah

  2. Liebe Hannah, jede Woche ein tolles Rezept, aber ich finde keines mit Feigen. Ich habe gerade viele bekommen. Was machst du mit Feigen oder magst du sie nicht besonders? LG Anke

    1. Liebe Anke,
      es freut mich, dass dir meine Rezepte gefallen.
      In der Tat ist noch keines mit Feigen vorhanden – obwohl ich Feigen liebe.
      Ich esse sie nur tatsächlich meist pur oder in mein morgendliches Porridge
      oder mit Ziegenfrischkäse und Honig auf Baguette. Ich habe letztens aber
      ein tolles Rezept für eine Tarte mit Pistaziencreme und Feigen ausprobiert.
      Das kommt im nächsten Jahr auf jeden Fall!
      Ich stelle sie mir aber auch toll auf Flammkuchen vor. Oder eine Pasta mit
      Feigen, Walnüssen und Gorgonzola. Oder du stellst selbst Feigensenf/-Marmelade
      für Käse her.
      Ich hoffe, du bleibst mir bis zur nächsten Feigensaison treu und ich konnte dich trotzdem
      etwas inspirieren 🙂
      LG Hannah
      herstellen.

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