Flammkuchen mit Zucchini, Nektarine und Gorgonzola – Oh Wunder.

Menschenskinder. Fast hätte ich es verpennt. Meine eigene Serie. Flammkuchenserie. Wer gut aufgepasst hat, hat gemerkt, dass hier noch etwas fehlt: Yes! Der Sommerflammkuchen! Hier kommt er jetzt also noch ganz schnell um die Ecke geflitzt. Mein Credo: der Herbst fängt erst am 15. September an. Davor zählt alles noch zum Spätsommer. Und damit zum Sommer. Glück gehabt. Es gibt also einen Spätsommerflammkuchen. Und ganz ehrlich? Ich könnte ja fast schon wieder behaupten, dass das mein neuer Lieblingsflammkuchen ist.

Als ich das dem Herzensmenschen gesagt habe, meinte er nur achselzuckend: „Das behauptest du doch von jeder neuen Flammkuchenkreation. Immer solange, bis du dir die nächste Kombination ausdenkst.“ Pah! Recht hat ja schon. Zu gut kennt er mich, der gute Kerl. Also revidiere ich. Es ist nicht mein neuer Lieblingsflammkuchen, aber ich mag ihn ganz, ganz dolle. Genauso sehr wie die anderen mindestens. Vor allem den Gorgonzola finde ich toll darauf. Genau richtig zur etwas neutralen Zucchini und zur süßen Nektarine. Der Herzensmensch hat natürlich erstmal die Nase gerümpft. Macht er immer, wenn Gorgonzola oder irgendeine Form von Blauschimmelkäse im Spiel ist. Damit gewinne ich ihn erstmal nicht auf meine Seite.

Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, diese Abneigung. Ich könnte in Gorgonzola baden. Und mich mit Roquefort einseifen. Ab und an marschiere ich in die Markthalle zum Italiener meines Vertrauens und gönne mir ein schmales Stück der sündhaft guten (und leider auch sündhaft teuren) Gorgonzola-Mascarpone-Torte. Himmel, die ist eine Wucht! Da brauch ich auch kein Brot dazu. Den Löffel schieb ich mir einfach so in den Mund. Falls ihr wissen wollt, wo ihr das Träumchen findet, gerne melden. Die Freude mache ich euch gerne.

Jedenfalls war beim Herzensmenschen mal wieder Überzeugungsarbeit nötig, damit er dem Flammkuchen seine wohlverdiente Chance gab. Die Aussage, dass es nichts anderen zum Abendessen gibt, machte es nicht besser. Also musste der Käsekuchen-Joker aus der Tasche und ich versprach, zum Nachtisch noch eine Cheesecakecreme im Glas für ihn zu machen. Das zieht immer. Und siehe da: Der Flammkuchen schmeckte ihm. Und wie. Er hob sogar die Kombination aus Nektarine und Gorgonzola lobend hervor. Ich bin fast vom Stuhl gefallen.

Vermutlich war die Abneigung gegen jegliche Art von Blauschimmelkäse eher Kopfsache. Ich werde es ausprobieren. Ab jetzt kommt regelmäßig Gorgonzola auf den Tisch. Und ich fange direkt nachher an. Eine liebe Freundin kommt zum Essen und ich hab wunderbar reife Feigen gekauft. Die gibt es zur Vorspeise. Auf Crostini. Mit Ziegenkäse. Nein, halt. Mit Blauschimmelkäse natürlich. Den Ziegenkäse habe ich in peto. Falls der Herzensmensch doch noch auf die Idee kommt, er wolle nicht schon wieder Blauschimmelkäse essen. Das wird spannend. Für euch gibt’s jetzt erstmal das Rezept. Zucchini gibt es noch aus eigener Ernte überall zu kaufen. Und Nektarinen gibt es auch noch ganz wunderbare. Also nichts wie los. Bevor schon der Herbstflammkuchen um die Ecke spickelt. Die Idee hab ich nämlich schon im Kopf.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser (oder zwei Flammkuchen)

Für den Flammkuchen
225 g Mehl (ich: Dinkel 630)
2 EL Olivenöl
125 ml lauwarmes Wasser
1 Eigelb
1 TL Salz

Für den Belag
200 g Crème Fraîche
1 kleine Zucchini
1 große Nektarine
2 Schalotten
75 g Gorgonzola (oder anderer Blauschimmelkäse)
etw. Basilikum
Salz
Pfeffer

Alle Zutaten für den Teig rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie eingewickelt mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Schalotte schälen und in dünne Ringe schneiden. Die Zucchini waschen, die Enden entfernen und den Rest in dünne Scheiben hobeln. Die Nektarine ebenfalls waschen. Den Kern entfernen, das Fruchtfleisch in dünne Schnitze schneiden. Die Creme Fraîche mit etwas Salz cremig rühren. Den Teig in zwei gleichgroße Teile schneiden und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ganz dünn ausrollen. Er darf ruhig etwas formlos aussehen. Die Fladen jeweils auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Creme Fraîche großzügig auf der Teigfläche verstreichen. Zucchini und Nektarinen zu gleichen Teilen auf dem Flammkuchen verteilen. Die Zwiebeln darüber streuen. Den Gorgonzola in kleinen Stücken darauf verteilen. Mit etwas Pfeffer würzen und im vorgeheizten Backofen ca. 12 Minuten backen, bis der Rand braune Blasen wirft. Am Schluss den Basilikum darüber zerzupfen.

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