Blaubeer-Schmand-Tarte – Sachkunde.

Machen wir mal wieder ein bisschen Sachkunde. Beerekunde um genau zu sein. Wissen ist immer gut. Wenn ihr keine Lust darauf habt, einfach direkt zum Rezept scrollen. Ich bin da nicht ehrenkäsig. Niemand muss sich mein Geschreibsel hier reinziehen, wenn er das nicht mag. Wichtiger ist doch, dass wir hier alle Spaß haben und à vor allem uns die Bäuche mit gutem Essen vollschlagen. Meine Gedanken teile ich nur nebenbei mit euch. Passend zum Rezept stelle ich also die Frage: Blaubeeren oder Heidelbeeren? Gibt es eigentlich einen Unterschied? Und wenn ja, kennt ihr ihn?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Nein! Es handelt sich nur, je nach Region, um unterschiedliche Bezeichnungen für die blauen Teilchen. Auch bekannt sind sie unter Heubeere, Schwarzbeere oder auch Wildbeere. Egal also ob Blau- oder Heidelbeere – die, die wir im Handel oder aktuell auf dem Markt bekommen, ist meist eine Kultur- oder auch Zuchtheidelbeere. Es gibt da nämlich doch noch einen Unterschied zwischen den Sorten. Die prallen, blauen Beeren haben nämlich noch eine Schwester. Die wohnt im Wald. Ich habe mich nämlich irgendwann gefragt, warum Mama und ich früher nie so große Heidelbeeren gefunden haben.

Die, die es in den Wäldern des schönen Schwarzwaldes gibt, sind kleiner, dunkler und haben dunkelblau bis lila Fruchtfleisch. Wilde Waldheidelbeere heißt die Schwester. Finde ich persönlich ja den schöneren Namen. Klingt so romantisch und nach Natur und Wildnis. Jedenfalls stehen die Schwestern sich in nichts nach. So hat jede ihre Vor- und Nachteile. Ist die Blaubeere länger lagerfähig und macht nicht so dolle Flecken auf die Klamotten, so hat die Waldheidelbeere ein intensiveres Aroma.

Wir nehmen sie aber alle, oder? Nicht zuletzt wegen ihrer unglaublich gesunden Inhaltsstoffe. So stecken haufenweise entzündungshemmende Anthocyane in ihnen, die freie Radikale abfangen und diese neutralisieren. Man sagt, dass dadurch sogar der Faltenbildung vorgebeugt wird. Aha. Für mich noch nicht unbedingt DAS Totschlagargument. Vielmehr finde ich die immunstärkende Wirkung durch das Vitamin C und E in ihnen toll. Und, sind wir mal ehrlich, die Beeren sind einfach so schön, dass wir gerne unsere Smoothiebowls oder Müslis jeglicher Art mit ihnen verzieren. Selbst, wenn sie nur halb so gesund wären.

Um jetzt den Bogen zu dieser wunderbaren Tarte zu schlagen, komme ich nochmal auf den Geschmack zurück. Ich weiß nicht warum, aber ich finde Blaubeeren und jegliche Art von Käsekuchen oder Schmandkuchen oder alles, was daran erinnert, geben ein unschlagbares Team ab. Dabei müssen jedoch so viele Blaubeeren in den Kuchen, das der Geschmack wirklich toll dominant wird. Also habe ich direkt ein ganzes Paket tiefgekühlte Blaubeeren rein. More is more. In dem Fall zumindest.

Wir haben uns ganz schön die Finger geschleckt, der Herzensmensch und ich. Da wir beide sowieso DIE Käsekuchenliebhaber schlechthin sind, hatte die Tarte sowieso schon gewonnen, bevor wir sie das erste Mal probiert haben. Ich sehe das der Creme schon vor dem Backen an. Ob die schmeckt oder nicht. Check. Und der Herzensmensch hat sich nach dem ersten Stück ganz schön die Finger geschleckt. Direkt noch ein zweites genommen. Bei Käsekuchen ist sein Urteil für mich die halbe Miete. Doppelcheck sozusagen!

Ich habe mit Honig gesüßt und natürlich nicht zu dolle. Wenn ihr Zucker nehmt, fangt mal mit derselben Menge an und probiert dann einfach, ob ihr es süßer haben möchtet. Wenn die Tarte ausgekühlt ist, am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen. Ist kein Muss, aber dadurch bekommt die Creme eine wunderbare Konsistenz. Viel Spaß beim blau machen!

Habt es fein.
Eure Hannah

Für eine Tarteform mit 24 cm Durchmesser

Für den Mürbteig
180 g Mehl (ich: halb Hafermehl, halb Dinkelmehl 630)
120 g kalte Butter in Stückchen
40 g Rohrohrzucker
1 Prise Salz

Für die Schmandcreme
250 g Schmand
100 g Magerquark (oder mehr Schmand)
75 ml Sahne
3 Eier
80 g Honig (oder Zucker, bei Bedarf etwas mehr)
etw. Zitronenabrieb
Mark von einer Vanilleschote

200 g Blaubeeren (frisch oder tiefgekühlt)

Alle Zutaten für den Mürbteig rasch verkneten, zu einer flachen Scheibe drücken und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Tarteform fetten und mit etwas Mehl bestäuben. Alle Zutaten für die Schmandcreme gut verquirlen. Den Teig auswellen, in die Tarteform legen und einen Rand hochziehen. Die Blaubeeren auf dem Boden verteilen. Die Creme darüber gießen. Im vorgeheizten Ofen ca. 35-40 Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen. Wenn möglich über Nacht in den Kühlschrank stellen.

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