Brokkolisalat mit Apfel, Ziegenkäse und Sauerkirschen – Salat im Kopf.

Ich mag es zu Grillen. Keine Frage. Ich mag es oft sogar sehr. Das hat aber eher etwas damit zu tun, dass ich es mag, viele Sachen vorzubereiten. Und das kann man beim Grillen in der Regel. Zumindest solange nicht nur Wurst und Fleisch darauf landet. Und das tut es bei uns nicht. Eigentlich nie. Also es gibt schon meist etwas davon, aber hauptsächlich gibt es vegetarische Dinge wie gefüllte Paprika, gegrillter Zucchinisalat oder Fetapäckchen. Seit letztem Sommer ganz hoch im Kurs ein Salat aus Rucola, gegrillten Pfirsichen und gegrilltem Halloumikäse. Ein Traum!

Oder Champignons und Schalotten, die in einem Bad aus Balsamicoessig und Honig im Alupäckchen vor sich hinschmoren. Da brauch ich wirklich kein Fleisch mehr. Wie auch immer, das ist alles gut und schön und lecker und unser lieber Freund, der Kugelgrill, darf auch gerne ganz oft angeschmissen werden. Ganz oft bedeutet aber eben ganz oft und nicht jeden Tag. Da neigt der Herzensmensch nämlich gerne zur Übertreibung. Er könnte das zeitweise tatsächlich jeden Tag zelebrieren. Der kleine Grillmeister.

Nachdem wir letzten Sommer mit einem Jahrhundertsommer belohnt wurden, kann man sich vorstellen, wie die Grillbilanz Ende Oktober aussah. Da war ich dann auch wirklich etwas übersättigt. Dieses Jahr gibt es vermutlich keinen Jahrhundertsommer, die Grillbilanz sieht aber auch jetzt schon wieder ganz ordentlich aus. Und wenn ich nach der Arbeit beim Herzensmenschen durchklingel und wir kurz besprechen, was wir kochen und ob ich noch etwas mitbringen muss, kommt nicht selten wie aus der Pistole geschossen nach dem ersten Tuten: Schaaaaatz?! Grillen wir heute Abend? Na gut. Lautet dann meist meine Antwort. Happy wife, happy life hab ich an der Stelle einfach für mich umgedreht.

Jedoch habe ich mir dann letztens gewünscht, dass wir mal wieder neue Dinge ausprobieren. Nicht nur was vegetarische Grillrezepte angeht, sondern auch die Beilagen. Denn ich finde, das was neben dem ganzen Grillgut auf dem Teller landet, mindestens genauso wichtig. In erster Linie geht es dabei um Salate. Meine Salatliebe ist grenzenlos. Kann man tatsächlich so sagen. Und ich bin dabei sehr gerne sehr experimentierfreudig. Manchmal etwas zum Leidwesen des Herzensmenschen. Er ist da dann doch eher der klassische Typ. Gurkensalat. Grüner Salat. Kartoffelsalat. Und der Mensch ist glücklich. Ess ich auch alles, keine Frage. Würde ich mir aber so nie raussuchen, wenn ich die Wahl hätte. Außer vielleicht Gurkensalat. Wobei ich auch da letztens durch meinen Onkel eine ganz neue Kombination kennengelernt habe. Mit Koriander und etwas Chili. Alter Schwede. Hat mich direkt an den lieben Herrn Ottolenghi erinnert.

Aber ein einfacher grüner Salat ohne irgendwas? Weiß auch nicht. Ich mag es vor allem, wenn ein Salat verschiedene Texturen und Geschmacksrichtungen hat. Wenn weich auf knackig und süß auf säuerlich trifft. Da wird es dann richtig interessant. So wie bei diesem Brotsalat (klick) zum Beispiel. Oder beim kürzlich vorgestellten Blumenkohlsalat (klick). Unter den Top Ten ist aber auch nach wie vor der Wassermelonen-Feta-Salat (klick). Ist also klar, wo die Reise hingeht. So hatten wir letztens die Situation, dass wir mal wieder grillen wollten, im Kühlschrank aber noch zwei kleine Brokkoliköpfchen lagen, die verarbeitet werden wollten. Da war dann erstmal guter Rat teuer. Wie bekomme ich den Herzensmenschen dazu, den Brokkoli in das Grillkonzept einzubauen? Brokkoli vom Grill? Nein, eher nicht. Brokkoli einfach dämpfen und als Beilage essen? Machbar, aber irgendwie langweilig. Brokkoli im Salat? Nee. Wobei – Brokkoli als Salat? Ich hatte irgendwann mal von der Kombi Brokkoli und Apfel gelesen. Fand ich damals schon spannend.

Und so schnippelte ich auf gut Glück los. Eine Paprika kam noch mit rein. Und etwas Gurke. Und da ich ja auf unterschiedliche Texturen stehe, gabs noch eine Handvoll Pinienkerne. Das Ding mit den Sauerkirschen war tatsächlich ein Zufallstreffer. Ich mag getrocknete Sauerkirschen sehr, finde sie aber oft zu hart. Bei einem meiner Streifzüge durch die Stuttgarter Markthalle fand ich letztens jedoch welche, die sogar ein bisschen in ihrem eigenen Saft schwammen und so überhaupt nicht nach zäh und trocken und hart aussahen. In dem Salat machen sie sich wirklich hervorragend, können aber auch durch Cranberries ersetzt werden.

Und da ich zu getrockneten Sauerkirschen Ziegenfrischkäse ganz toll finde, kam der eben auch noch in den Salat. Und was dann dabei herauskam, war ein ganz toller knackiger, frischer, säuerlich-süßer und absolut obergesunder Salat, der sogar den Herzensmenschen so richtig überzeugt hat. So, dass er tatsächlich etwas angefressen war, als ich den ganzen Rest am nächsten Tag mit ins Büro nahm und er nichts abbekam. Kann ja auch keiner ahnen… Frisch geshootet, gibt es den Salat heute Abend wieder und morgen darf er dann die Reste essen. Ich bin ja nicht so. Und euch lege ich ihn für die Hitzewelle in der nächsten Woche ans Herz – bei den Temperaturen bleibt die Küche dann doch lieber kalt.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser (oder für vier Esser als Beilage)

1 Brokkoli
1 Paprika (gelb, rot oder orange)
1 Apfel (ich: Sorte Braeburn)
½ kleine Gurke
1 Handvoll Pinienkerne
1 Handvoll getrocknete Sauerkirschen (ersatzweise Cranberries)
2-3 EL Ziegenfrischkäse (ersatzweise Fetakäse)
1 TL Honig
1 TL Senf
2 EL Olivenöl
2 EL Weißer Balsamicoessig
Salz
Pfeffer

Den Brokkoli in Röschen teilen, waschen und in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen. 4-5 Minuten stehen lassen, dann über einem Sieb abgießen und kalt abschrecken. Apfel, Paprika und Gurke waschen und in kleine Stücke schneiden. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Die Zutaten für das Dressing gut verrühren. In einer Schüssel den Brokkoli mit Apfel, Paprika und Gurke mischen. Sauerkirschen und Pinienkerne darüber verstreuen und den Ziegenfrischkäse darauf verteilen. Das Dressing dazugeben und alles vorsichtig unterheben.

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