Brotsalat (Panzanella) mit gegrillten Nektarinen – Selbsttreue.

Nachdem es Schokoladenpfeffer nun gute eineinhalb Jahre gibt, habe ich mir in der letzten Zeit vermehrt Gedanken über mein „Baby“ gemacht. Darüber, was und vor allem wen ich mit meinem Blog erreichen möchte. Darüber, ob es nach wie vor ICH bin, die diesen Blog schreibt. Oder ist es mittlerweile vielleicht eine andere Hannah, geprägt von Einflüssen aus anderen Blogs, aus Instagramm oder Pinterest. Blogge ich Rezepte, die ich selbst sehr gerne mag und die ich auch für uns regelmäßig koche oder backe? Oder habe lasse ich mich zwischenzeitlich mehr von Google Analytics beeinflussen, schaue, welche Posts haben die meisten Klicks und stimme darauf meine Rezepte ab? Obwohl ich der Meinung bin, dass ich mich und mein Tun sehr gut reflektieren kann, finde ich es nicht immer leicht, über solche Dinge nachzudenken und sich selbst vielleicht auch nochmals sehr kritisch in Frage stellen.

Wer bin ich, für was stehe ich und wen (oder auch was) will ich damit erreichen? Bin ich mir und meinen Einstellungen und Werten nach wie vor selbst treu oder hat mich vielleicht die digitale Welt etwas umgemodelt? Über diese Fragen habe ich also die letzten Wochen oder auch schon Monate (ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wann ich damit angefangen habe) nachgedacht und habe mir ein ganz neues, eigenes und großes Bild von Schokoladenpfeffer und mir gemacht. Ich habe mir Rezepte angeschaut, meine Texte gelesen und mir meine Werte und Einstellungen neu vor Augen geführt. Ich habe mir überlegt, ob und was ich anders machen würde. Und was dabei herauskam, hat mich sehr glücklich gemacht. Wirklich glücklich.

Ich habe nämlich gemerkt, dass ich mir nach wie vor treu bin. Es immer war. Dieser Blog verkörpert mich. Mich ganz allein. Und ich finde darin meine Wirklichkeit wieder. Das, was mir wichtig ist. Wie ich lebe und wie ich mich ernähre. Und die Verknüpfung von beidem. Ich habe nochmals festgestellt, dass ich hinter jedem einzelnen der bislang über 100 Blogposts komplett stehe. Dass es sich bei all den Rezepten um nachhaltige Rezepte handelt, die ich jetzt noch genauso mag, wie vor zwei Jahren, die ich bei uns immer wieder auf den Tisch bringe. Natürlich habe ich mich in der Zeit selbst weiterentwickelt und das auch teilweise auf mein Verhalten in der Küche projeziert. Habe neue Dinge kennengelernt, viele Inspirationen gesammelt und bereichere damit meine Ernährung und somit auch meine Rezepte. Ich achte noch mehr auf den nachhaltigen und biologischen Anbau meiner gekauften Nahrungsmittel. Beschränke mich noch mehr auf saisonale Produkte. Arbeite noch stärker daran, weniger Müll zu produzieren.

Aber letztendlich ist meine Grundeinstellung zu gesunder Ernährung und der Achtsamkeit, die ich mir, meinem Körper und meiner Gesundheit schenken will, noch immer dieselbe. Und genau das spiegelt sich auch auf meinem Blog wieder. Ausgewogen. Vielfältig. Bewusst. Vollwertig. Mit der einen oder anderen Ausnahme. Ich finde, das trifft es ganz gut. Lustigerweise unterstreicht die Auswertung von Google Analytics über das Besucherverhalten auf meiner Seite, dass ich mit diesem Ansatz tatsächlich sehr erfolgreich fahre. Die Klicks sind sehr ausgeglichen – das zeigt mir, dass gesunde Rezepte gleichermaßen gut bei euch ankommen, wie Kuchen oder Desserts. Das macht mich so glücklich, da es mir zeigt, dass ich nach wie auf dem richtigen Weg bin, ich ich sein und mir selbst treu bleiben kann.

Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, was ich machen würde, wenn die Auswertungen ergeben hätten, dass ihr beispielsweise mehr Kuchenrezepte wollt. Hätte ich dann meinen eigenen Weg verlassen, nur um mehr Reichweite zu erlangen? Ich glaube nicht. Ich war schon immer sehr schlecht darin, mich zu verstellen. Egal. Darüber muss ich ja schließlich aktuell nicht nachdenken. An der Stelle möchte ich euch einfach meinen liebsten Dank aussprechen. Dafür, dass ihr Schokoladenpfeffer begleitet, vielleicht manchmal das eine oder andere nachmacht oder euch einfach inspirieren lasst. Und ihr wisst ja, wem mein Geplapper auf die Nerven geht, der scollt einfach direkt zum Rezept 

Bei dem sind wir jetzt endlich angelangt. Kennt ihr Panzanella oder auch einfach Brotsalat? Seine Ursprünge hat er in Italien, wo er als Resteverwertung für altbackenes Weißbrot dient. Mit ein paar sonnengereiften Tomaten, roten Zwiebeln und gutem Olivenöl, kann man hier schon glücklich werden. Dennoch sind einem Panzanella keine Grenzen bei kreativen Auswahl der Zutaten gesetzt. Da ich ein absoluter Fan von gegrilltem Obst bin, habe ich meinem Panzanella wunderbar aromatische, gegrillte Nektarinen hinzugefügt. Dazu frisch geerntete Tomaten vom Balkon, ein paar Kalamataoliven und für den Cruncheffekt, den ich ja immer sehr liebe, kommen geröstete Mandeln und Pinienkerne mit rein. Wie immer nur als Inspiration – ihr könnt hier reinpacken, was ihr wollt.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

Für den Salat
2-3 Scheiben Ciabatta (am besten vom Vortag)
400 g bunt gemischte Tomaten
1 reife Nektarine
1 kleine Gurke
8-10 Kalamata Oliven
1 Handvoll Rucola
½ rote Zwiebel
1 Handvoll Pinienkerne und Mandeln
Ein paar Blättchen Basilikum

Für das Dressing
Saft einer halben Zitrone
2 EL gutes Olivenöl
1 TL Honig
1 TL Balsamicocreme
Salz
Pfeffer
2-3 Stängel Petersilie und Basilikum
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Zunächst die Nektarine grillen. Dafür eine Grillpfanne bei starker Hitze sehr heiß werden lassen. Die Hitze etwas reduzieren. Die Nektarine waschen und in mundgerechte Schnitze schneiden. Die Schnitze auf beiden Seiten 1-2 Minuten grillen. Aus der Pfanne nehmen und etwas abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Brotscheiben mit etwas Olivenöl bepinseln und in der bereits erhitzen Grillpfanne auf beiden Seiten goldbraun rösten. Das dauert pro Seite ca. 2-3 Minuten. Aus der Pfanne nehmen und ebenfalls etwas abkühlen lassen.
Die Tomaten waschen und je nach Größe halbieren, vierteln oder achteln. Die Gurke waschen und in grobe Stücke schneiden. Die rote Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Mandeln grob hacken und zusammen mit den Pinienkernen in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Den Rucola waschen, etwas trocken schütteln und auf einer Platte verteilen. Die Zwiebel, die Nektarine, die Tomaten, die Oliven und die Gurken darauf verteilen. Das Brot in mundgerechte Stücke reißen und unter den Salat mischen. Für das Dressing die Kräuter feinhacken und mit den restlichen Zutaten gut verrühren. Unter den Salat mischen und diesen je nach gewünschter Knusprigkeit des Brotes entweder gleich servieren oder etwas durchziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit den gerösteten Mandeln und Pinienkernen bestreuen und die Basilikumblätter darüber zupfen.

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