Quarkstollen – Es weihnachtet.

Ich bin ein kleiner Weihnachtsfan. Oder eigentlich ein großer. Weihnachten ist für mich untrennbar mit ganz vielen Traditionen, Gefühlen und auch mit ziemlich viel Melancholie verbunden. Wir haben immer ein so schönes Weihnachten. Eigentlich hat sich an dem ganzen Prozedere gar nicht viel zu meiner Kindheit und Jugend geändert, außer, dass mein Bruder und ich ausgeflogen sind. Zu Weihnachten fliegen wir wieder ein und gefühlt ist alles wie früher. Das ist auch besser so. Mit Veränderungen würde ich an der Stelle auch nicht wirklich klarkommen. Never change a running system. Trifft voll auf mich zu.

Ich mag die Traditionen, die wir als Familie an Weihnachten haben und ich mag es nicht, Traditionen zu brechen oder zu verändern. Dann sind es ja auch keine Traditionen mehr. Mama und ich schmücken zum Beispiel jedes Jahr an Heiligabend um die Mittagszeit zusammen den Baum. Irgendwann kommt meine Patentante zum Tee. Und dazu gibt’s Plätzchen und diesen wunderbaren Quarkstollen. Das ist zumindest eine der Traditionen. Den Quarkstollen gibt’s aber nicht erst an Weihnachten, sondern auch schon in der Adventszeit. Die ich persönlich genauso mag wie Weihnachten. Meist ist man zwar getrieben von Weihnachtsfeiern, Plätzchen-Back-Marathon, Geschenkideen überlegen, Sachen basteln und am liebsten will man noch mit allen Freunden einen Weihnachtsmarktbesuch hinbekommen. Dazu kommt bei uns im Büro der vorweihnachtliche Stress, alles irgendwie noch im alten Jahr umgesetzt zu bekommen, was die ganze Sache nicht gerade besser macht. Aber. An der Stelle kommt jetzt wieder mein geliebtes Aber, das ich sehr gerne nach „eigentlich“ einsetze.

Die Advents- und Vorweihnachtszeit ist nämlich viel zu schön um dem Stress die Oberhand zu geben. Und wenn einem keine Auszeit geschenkt wird, muss man sie sich eben selbst schenken. Wie so oft haben ganz kleine Dinge eine ganz große Wirkung. Ein Spaziergang durch die kalte Winterluft um sich dann bei Punsch und Plätzchen und Stollen wieder aufzuwärmen. Ein Adventsbrunch mit lieben Freunden. Plätzchen backen. Ballettkarten für Schwanensee. Ein gaaaanz langes Frühstück mit warmen Waffeln (ein gesundes Rezept habe ich hier bereits vorgestellt). Tee trinken mit der besten Freundin. Etwas früher Feierabend machen und über den Weihnachtsmarkt bummeln, wenn nicht so viel los ist. Eine Stunde mit einem guten Buch auf das Sofa kuscheln. Yoga mit anschließendem Savasana in dicken Socken und Strickjacke. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich kleine Oasen zu schaffen. Man muss es nur machen.

Wobei ich hier ja immer ganz einfach die tollsten Tipps geben kann – ich selbst bin wahrscheinlich die Schlechteste, wenn es darum geht, sich Ruhepausen und Oasen zu schaffen. Aber auch ich arbeite daran. Trotzdem mag ich die Advents- und Weihnachtszeit sehr. Da riecht es immer ganz besonders. Findet ihr auch? Was wahrscheinlich an den vielen Gewürzen, die fast täglich in meiner Küche für irgendeine Art von Weihnachtsbäckerei benutzt werden, liegt. Wie auch immer. Der Geruch an sich löst in mir aber schon ein leichtes Gefühl der Entspannung aus. Zimt, Kardamom, Anis, Lebkuchengewürz. Für mich haben all die Gewürze und Gerüche eine entschleunigende Wirkung. Ok, vielleicht bilde ich mir das ein. Egal. Schaden tut es jedenfalls nicht. Ein Stück von diesem wunderbar saftigen Quarkstollen nach dem Rezept meiner Mama hat übrigens die gleiche Wirkung auf mich. Hilft auch beim Einschlafen. Glaubts mir.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für einen Stollen

500 g Mehl
1 Pck. Backpulver
100 g gemahlene Mandeln
130 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
200 g Butter plus etwas mehr zum Bestreichen der Oberfläche
2 TL Lebkuchengewürz
2 Eier
1 Prise Salz
Saft und abgeriebene Schale einer halben Zitrone
125 g Quark
3-4 EL Milch
150 g Rosinen
Puderzucker

Den Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Butter in einem kleinen Topf bei geringer Hitze zerlassen und etwas abkühlen lassen. In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Salz, Lebkuchengewürz und den Mandeln vermischen. 2 Eier hineinschlagen, den Zitronenabrieb und -saft sowie die zerlassene Butter dazugeben. Alles gut verkneten. Den Quark, die Milch und die Rosinen ebenfalls zum Teig geben und gut unterkneten. Aus dem Teig einen Stollen formen. Diesen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und ca. 60 Minuten backen. Sollte er oben dunkel werden, mit etwas Alufolie abdecken. Den fertigen Stollen etwas abkühlen lassen. Dann mit der restlichen zerlassenen Butter bestreichen und dick mit Puderzucker bestäuben.

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