Lauwarmer Linsensalat mit Forellenfilet – Last Minute.

Last Minute. Oder auch: auf den letzten Drücker. Kennt ihr? Nein? Dann möchte ich gerne in euer Leben schlüpfen. Ich kenne Last Minute nur zu gut und auch wenn ich bzw. mein Kalender grundsätzlich sehr strukturiert und gut geplant sind, kommt es doch sehr oft vor, dass die Pläne sich spontan noch ändern. Das Treffen mit der lieben Freundin verschiebt sich, im Büro bekommt man noch einen Termin eingeschoben, der es einem unmöglich macht, das akribisch geplante Abendessen, dass noch eine Stunde vor sich hin köcheln sollte, rechtzeitig fertigzubekommen. Passiert dann doch nicht so selten. Zumindest bei mir. Daher bin ich ein absoluter Fan von Last Minute. Zumindest was Last Minute-Rezepte angeht. Und da hab ich mittlerweile ne Menge im Repertoire.

Noch schnell ein Dessert zaubern? Das schütteln wir uns doch locker aus dem Ärmel. Bspw. mit einem supereinfachen Apple Crumble. Äpfel hat man doch fast immer zuhause und Mehl, Haferflocken, Zucker und Butter für die Streusel eigentlich auch. Schnell zusammengeknetet, auf die Äpfel geschmissen, landet das Förmchen schon im Backofen und ist nach kurzer Abkühlung schon servierbereit. Dazwischen noch kurz eine Sahne geschlagen und man schwebt im Desserthimmel und könnte sich nichts Besseres vorstellen. Und wenn man mal keine Äpfel hat, nimmt man eben die Himbeeren aus dem Tiefkühler oder Birnen oder Pflaumen oder was auch immer gerade in der Obstschale liegt. Beim Hauptgericht ist auch immer schnell eine Pasta gezaubert. Bei Knoblauchliebhabern kann das eine einfache Pasta Alio e Olio sein. Dazu einen gemischten Salat. Wem da noch was fehlt, dem kann man irgendwie auch nicht helfen.

Fehlt noch die Vorspeise. Der Appetizer sozusagen. Ich liebe Vorspeisen. Oftmals mehr als den Hauptgang. Weshalb es nicht selten vorkommt, dass ich im Restaurant zwei Vorspeisen statt einer Vorspeise und einem Hauptgang wähle. Vorspeisen finde ich oftmals raffinierter, kreativer und die Portionsgröße ist perfekt. Sie regen den Appetit an, man ist danach aber nicht satt. Sollte man zumindest nicht sein. In diesem Fall hätten sie ihr Ziel verfehlt. Last Minute Vorspeisen gibt es viele. Ein schöner Blattsalat, vielleicht mit Ziegenkäsetalern und Avocado, geht schnell, ist einfach zu machen und schmeckt hervorragend. Suppen eignen sich in der Regel auch – zumindest wenn sie einfach in der Mache sind. Oder aber das Rezept, das ich heute im Schlepptau habe. Linsen habe ich in jeglichen Formen und Farben immer vorrätig. Möhren, Lauch und Sellerie finden sich auch immer im Kühlschrank.

Ok, Forellenfilet ist kein Dauergast – aber das bekommt man meist schnell noch besorgt. Und während die Linsen vor sich hinköcheln und das Gemüse in der Pfanne schmort, deckt man den Tisch ein, richtet sich fein, macht den Rotwein auf und schon können die Gäste kommen. Denn wenn die Linsen fertiggegart sind, heißt es nur noch: mischen, würzen, anrichten, fertig. Und wenn Vegetarier unter den Gästen sind, dann schmeckt der Linsensalat auch ganz hervorragend mit zwei Scheibchen warmem Ziegenkäse. Last Minute vom Feinsten.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

200 g Puylinsen (oder Belugalinsen)
Lorbeerblatt
½ Tomate (optional)
2 Möhren
1 fingerdicke Scheibe Knollensellerie
1 Stück Lauch (ca. 10 cm)
1 Zwiebel
1 EL Petersilie
1 TL Dill (frisch oder getrocknet)
Salz
Pfeffer
Olivenöl
Weißer Balsamicoessig
200 g Forellenfilet, küchenfertig

Die Forellenfilets aus dem Kühlschrank nehmen, so dass sie Zimmertemperatur annehmen. Die Linsen zusammen mit dem Lorbeerblatt nach Packungsanweisung garen. Die halbe Tomate einfach mit dazu in den Topf legen. In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und fein hacken. Den Lauch putzen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Die Möhren und den Sellerie ebenfalls schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Petersilie und den Dill fein hacken. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Das restliche Gemüse dazu geben und unter gelegentlichem Rühren ca. 10 Minuten dünsten. Es sollte noch etwas Biss haben. Sobald die Linsen gar sind, das Lorbeerblatt entfernen. Die Tomate etwas ausdrücken und dann ebenfalls entfernen. Das gedünstete Gemüse in eine Schüssel geben, die Linsen daruntermischen und alles mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und etwas Balsamicoessig abschmecken. Zuletzt die Kräuter unterheben. Den Salat abkühlen lassen, bis er lauwarm ist. Auf Teller verteilen und die Forellenfilets darauf anrichten. Der Salat schmeckt lauwarm oder auch kalt sehr gut.

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