Kräuteromelette – Einfachheit.

Ich mag einfache Gerichte. Sehr sogar. Denn oft sind es die einfachen Dinge, die überaus grandios schmecken. Wenige Zutaten, die aber genial zusammenpassen. Als wären sie füreinander bestimmt. Direkt eine Symbiose bilden. Ohne viel Schnickschnack und Chi-Chi. Wenige Zutaten, die zusammen so stark sind, dass sie ein solides Grundgerüst bilden. Wenn das Grundgerüst stimmt, können beliebig noch Zutaten, Gewürze oder Kräuter hinzugefügt werden. Je nach Geschmack und Vorliebe. Nehmen wir eine Panna Cotta. Mein Lieblingsbespiel. An Einfachheit kaum zu überbieten. Sahne, Zucker, Gelatine. Klassisch kommt dann noch Vanille hinzu. Vier Zutaten! Hört sich unspektakulär an, wir wissen aber alle, was für eine wahnsinnig leckere samtigweiche Creme dabei herauskommt. Auch hier kann – wenn das Grundgerüst steht – beliebig im Geschmack variiert werden. Mit Tonkabohne und Vanille zum Beispiel. Oder mit Zimt. Oder mit Schwarztee. Kann man alles ausprobieren, aber: die grundsätzlich Einfachheit, die eine Panna Cotta ausmacht, bleibt bestehen.

Es gibt viele Gerichte, die zwar supereinfach sind, aber umso grandioser im Geschmack. Während meines Studiums hatte ich eine Phase, da gab es bei mir andauernd ein Pastagericht: Spaghetti, Cocktailtomaten, Mozzarella, Basilikum. Auch wieder magische vier Zutaten, die zusammen hervorragend schmecken. Das Ganze dauert auch nicht länger als 10 Minuten bis die Pasta gar ist, die restlichen Zutaten werden nämlich am Schluss „kalt“ einfach kurz untergerührt. Könnte ich eigentlich mal wieder machen, wenn ich so drüber nachdenke. Seit einiger Zeit habe ich aber einen neuen Kandidaten, der sich ziemlich hartnäckig auf Platz 1 der beliebten Easy-Peasy-Gerichte hält. Damit sind vor allem jene Gerichte gemeint, die unter der Woche jene hektischen und hungrigen Feierabende retten, ohne dass man eine Stunde in der Küche steht. Machen wir zwar gern, geht aber manchmal zeitlich schlichtweg nicht.

Stolzer Krönchenträger der Easy-Peasy-Gerichte ist also momentan… tadaaaaa… das Omelette. Eier und Sahne. Mehr ist es nicht. Omelette ist spitzenmäßig und gehört zu meinen Lieblings-Eiergerichten. Omelette ist für mich Seelentröster, wenn ich nach dem Sport zutiefst hungrig nach Hause komme und der Herzensmensch nicht da ist. Vor allem mittwochs nach Pilates, wenns ganz besonders schnell gehen soll. Dann ist mein liebes Omelette stets zu Diensten. Warm, sättigend, universell wandelbar und vor allem lecker. Es weiß immer, wie es mich glücklich macht. Und es lässt einem so viel kreativen Spielraum. Mag jedes Kräuterlein. Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum – alle suhlen sich gerne in der weichfluffigen Eiermasse. Nur noch Pilze im Kühlschrank? Her damit. Kurz anbraten, Eiermasse darüber und stocken lassen, etwas Parmesan reinreiben. Fertig. Oder mit ganz vielen Kräutern, so wie im Rezept, dass ich euch mitgebracht habe. Als Füllung eine Handvoll Babyspinat, etwas Ziegenfrischkäse und geröstete Pinienkerne. So lecker und fertig in 10 Minuten.

Und weils so einfach und so lecker ist, hier noch mehr meiner liebsten Omelette-Variationen als kleine Anregungen:

Paprika – Ziegenkäse – Petersilie – Sonnenblumenkerne

Tomate – Mozzarella – Basilikum – Pinienkerne

Pilze – Petersilie – Parmesankäse

Avocado – Lachs – Dill

Zucchini – Fetakäse – Thymian

Letztendlich könnte man die ganzen Dinge auch einfach quermischen und es wäre immer noch superlecker. Reste kann man problemlos im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag entweder kalt oder nochmals kurz in einer Pfanne oder im Ofen erwärmt verspeisen. Reste, die es jedoch höchstwahrscheinlich nicht geben wird.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

6 Eier
3 EL Sahne (optional, macht es aber besonders schön fluffig)
1 große Handvoll gem. Kräuter (ich: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum)
Salz
Pfeffer
1 Handvoll Pinienkerne
2 Handvoll Babyspinat
2 EL Ziegenfrischkäse

Die Kräuter waschen und fein hacken. Die Eier in einer Schüssel aufschlagen, die Sahne dazugeben und gut verquirlen. Die Kräuter dazugeben, ordentlich salzen und pfeffern und alles gut verrühren. In einer Pfanne etwas Butter oder Öl erhitzen. Die Eiermasse dazugeben, ca. 10 Sekunden stocken lassen und dann mit einem Pfannenschieber vom Rand her in die Mitte schieben. Dabei die Pfanne leicht neigen, damit die noch flüssige Masse wieder in die Pfanne zurückfließen kann. Das Prozedere einige Mal wiederholen, sodass in der Mitte ein fluffiger kleiner Berg entstanden ist und die restliche Masse sich darum herum gut verteilt hat. Das Omelette sollte zwar gestockt sein, darf aber noch etwas cremig sein. Währenddessen in einer kleinen Pfanne die Pinienkerne ein paar Minuten hellbraun rösten. Den Babyspinat waschen. Sodann das Omelette auf einen Teller gleiten lassen. Auf eine Hälfte den Spinat, den Ziegenkäse und die Pinienkerne verteilen, die anderen Hälfte lose darüber klappen. Sofort servieren. Dazu passt ein kleiner Salat oder für die ganz Hungrigen eine Scheibe gutes Butterbrot.

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