Kirschkuchen mit Schokolade – Nachzügler.

Kinners, es gibt Kuchen! Kirschkuchen. Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass der letzte Kuchen auf Schokoladenpfeffer Anfang Dezember (!) präsentiert wurde. Irgendwann hatte ich mal beschlossen, dass ich euch mehr Kuchen vorstellen muss. Tja, Ziel verfehlt. Und ich kann euch gar nicht genau sagen, warum eigentlich. Vielleicht hat es was damit zu tun, dass mein Blog ja schon in etwa meinen Lebensstil repräsentiert. Und da gibt’s eben einen Haufen gesundes Zeugs. Und einen Haufen verschiedener Frühstücksideen. Und natürlich stelle ich euch nur Rezepte vor, hinter denen ich voll und ganz stehe und die mich als Mensch irgendwie auch ausmachen. Ich liebe Kuchen in all seinen unendlichen prächtigen Variationen, esse im Alltag dann aber eben nicht jeden Tag und auch nicht jedes Wochenende welchen. Ihr wisst schon, warum. Der Alltag wird dann doch sehr dominiert von meinem sehr gesunden Lebensstil und deshalb wahrscheinlich auch die Rezeptauswahl.

Aber… und ihr wisst schon, die Abers sind bei mir immer sehr wichtig… da ich trotzdem auch sehr gerne meine Ausnahmen einlege und mir ein großes Stück Kuchen gönne, darf hier auf dem Blog auch endlich mal wieder eine Ausnahme die unbewusst eingeführte Regel unterbrechen. Und da ich diese Regel, die sich da eingeschlichen hat, irgendwie dann doch doof finde, gelobe ich Besserung. Es wird also wieder mehr Kuchen geben! Yes! Vielleicht ab und an etwas gesünder abgewandelt, aber das könnt ihr ja dann handhaben wie ihr wollt. Wo wir gleich beim Thema wären. Den heutigen Kuchen habe ich aufgrund der Fastenzeit mit Kokosblütenzucker gesüßt, Reisvollkornmehl verwendet und die Schokolade teilweise durch rohe Kakaonibs ersetzt. Und wisst ihr was? Ich fand ihn noch besser als sonst. Ernsthaft.

Der Herzensmensch wurde sodann auch gleich überzeugt, nachdem er im Vorfeld auf meine Anmerkung, dass ich den Kuchen mit Kokosblütenzucker backe, wörtlich „Och neeeeee!“ geseufzt hat und ihn dann aber superlecker fand. Na also, geht doch. Wobei ich sagen muss, dass auch der gemeinsame Weg vom Kirschkuchen und mir anfangs nicht einfach war. Sagen wir so, uns wurden ein paar (Kirsch-)Steine in den Weg gelegt. Ich mochte das Kerlchen anfangs einfach nicht besonders. Mit „anfangs“ meine ich früher, als ich noch Kind und Jugendliche war. Meine Mama hat den Kuchen oft gebacken. Dazu muss man sagen, dass meine Mama für mich zu den besten Köchinnen zählt, die ich kenne. Vor allem ist sie die Meisterin der Desserts. Was jedoch nicht heißt, dass sie generell von Herzen gerne Süßspeisen und anderes Naschwerk zubereitet. Fürs Backen hat sich nämlich nicht viel übrig. Obwohl ich ihre Kuchen immer sehr lecker finde, ihr macht das einfach keinen großen Spaß.

Wir hatten schon immer sehr viele Gäste zum Essen zuhause – allerdings lieber zum Mittag- oder Abendessen und seltener zum Kaffee. Von meinen Eltern habe ich die Freude übernommen, stundenlang in der Küche zu stehen, mehrgängige Menüs zu kochen um diese lieben Menschen zu servieren. Und mal ehrlich, nach einem Mittagessen, das aus vier Gängen besteht, will doch eh niemand mehr Kuchen. Aus diesem Grund gab es früher, wenn dann doch mal Kaffeegäste vor der Tür standen, immer ein paar Standardkuchen, die Mama ohne viel Aufwand und Chi Chi gemacht hat. Kirschkuchen, versunkener Apfelkuchen, Erdbeerkuchen, Zwetschgen-Streusel-Kuchen. Die sind mir zumindest ziemlich präsent im Kopf, wenn ich an früher denke. Für alle anderen Kuchen war ich immer zuständig.

Den Kirschkuchen fand ich damals wie gesagt doof. Vielleicht war er mir zu nussig. Vielleicht auch zu dunkel – ich mochte früher merkwürdigerweise lieber hellere Kuchen. So ganz nachvollziehen kann ich es heute nicht mehr, warum ich so sehr gegen den lieben Kirschkuchen war. Hat er doch alles drin, was ich gerne mag. Die Kirschen machen ihn schön saftig, den nussigen Geschmack macht ihn etwas besonders und von der Schokolade müssen wir gar nicht erst sprechen. Jetzt liebe ich ihn. Und ich liebe es, ihn zu backen, weil der Teig ein ziemlich guter Naschteig ist. Und er ist einer der wenigen Kuchen, den ich wirklich gerne mit einem guten Schlag Sahne esse. Wie auch immer. Ich mag ihn einfach. Besser spät als nie, würde ich sagen. Und ab jetzt gibt’s wieder öfters Kuchen bei Schokoladenpfeffers. Das möchte ich auch noch gesagt haben.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für eine 18cm Springform

100 g Mehl (ich: Reisvollkornmehl)
60 g gemahlene Mandeln (ich: Haselnüsse)
1/2 Päckchen Backpulver
50 g Zartbitterschokolade (ich: halb Schoki, halb rohe Kakaonibs)
2 Eier
100 g weiche Butter
90 g Zucker (ich: Kokosblütenzucker)
250 g Schattenmorellen
½ Zimt

Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Zucker mit der Butter schaumig und hell aufschlagen. Die Eier nacheinander zugeben und sorgfältig unterschlagen. In einer weiteren Schüssel das Mehl mit den Nüssen, dem Zimt und dem Backpulver mischen. Die Schokolade fein hacken. Die Kirschen abtropfen lassen. Die Mehlmischung zu der Eiermasse geben und kurz (!) unterrühren. Zum Schluss die Schokolade mit dem Teigschaber unterheben. Eine Springform fetten, mit etwas Mehl bestäuben und den Teig einfüllen. Die Kirschen abtropfen lassen, direkt auf dem Teig verteilen und etwas eindrücken. Im vorgeheizten Ofen ca. 35-40 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Die Backzeit verlängert sich bei einer größeren Springform um 10-15 Minuten. Ggf. die Kuchenoberfläche nach der Hälfte der Backzeit mit Alufolie abdecken, damit sie nicht zu dunkel wird.

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