Zucchini-Galette – Zeitloch und ein neues Lieblingsrezept.

Wie schnell die Zeit verfliegt, merke ich aktuell an sehr vielen Dingen. Allen voran unsere Hochzeitsplanung. Bisher haben wir tatsächlich eher eine ruhige Kugel geschoben, was dieses Thema angeht. Für manche in unserem Umfeld vielleicht manchmal etwas zu ruhig. So haben meine lieben Freundinnen mich immer wieder daran erinnert: Hannah, es ist jetzt März – habt ihr schon das und das gemacht? Oder: Hannah, es ist jetzt Mai, habt ihr schon das und das überlegt? Eine meiner Mädels hat tatsächlich auch für mich einen Termin für die Kleidersuche gemacht. Ich glaube, sie hatte mehr Angst, dass das alles hinten und vorne nicht reicht als ich. Ich war darüber immer ziemlich dankbar und trotzdem nach wie vor gelassen. Bis jetzt.

Ich meine, ich bin immer noch gelassen, aber nachdem ich gefühlt die ganzen letzten Monate immer gesagt habe – ach, das ist noch ewig hin… ich will erstmal den Sommer genießen – verwandelt sich der Sommer langsam in den Spätsommer. Und dann passieren manchmal zwischendrin auch ungeplante Dinge, die einen etwas aus der Fahrbahn werfen und die dann Priorität haben. Die dann mitunter auch einige Wochen dauern, bis man sich wieder auf andere Dinge konzentrieren kann. So auch bei uns geschehen. Und plötzlich sind es nur noch zwei Monate bis zu Hochzeit. Oh Schreck. Naja, so schlimm isses auch nicht.

Aber so langsam merken wir schon, dass wir noch ein paar Dinge haben, die erledigt werden müssen. Oder dass wir uns mal um die Ringe kümmern sollten – die vermutlich dann noch angepasst werden müssen. Vielleicht sollten wir auch anfangen, unsere Wochenenden nicht mehr so voll zu stopfen. Und die wenigen, die vor der Hochzeit noch frei sind, frei lassen. Nun gut. Zwei Monate sind zwei Monate und das ist noch genügend Zeit. Woran ich aktuell tatsächlich aber auch merke, dass schon wieder ein Jahr vorbei ist, ist das mitgebrachte Rezept heute. Es ist – wie jedes Jahr um diese Zeit – Zucchinihochsaison. Sprich, jeder der gesunde Zucchinipflanzen besitzt, ist in diesen Wochen wieder mal einer kleinen Schwemme ausgesetzt. Auch bei meinen Eltern ist es wieder soweit.

Letztes Jahr habe ich die Zucchini u.A. in einen saftigen Kuchen gepackt und euch das Rezept vorgestellt. Da ich ja sehr traditionsliebend bin, mache ich es jetzt einfach zur Tradition, dass es im August Zucchini auf dem Blog gibt. Mindestens einmal. Nicht nur wegen der Schwemme, auch weil ich sie so sehr liebe. In jeglicher Form. Der Herzensmensch auch. Zucchini gehen immer. Die heute mitgebrachte Galette hatte er aber letztens beim Abendessen zu seinem persönlichen Zucchini-Highlight erklärt. Und ich muss sagen, auch bei mir ist sie nicht ganz so weit davon entfernt. Vielleicht teilt es sich Platz eins mit dem gegrillten Zucchinisalat, den der Herzensmensch so toll zaubern kann. Als großer Mürbteigfan probiere ich jedenfalls alles gerne aus, bei dem sich irgendwo knusprig-weicher Mürbteig versteckt.

Galette hatte ich bisher allerdings nur in süßer Variante gegessen. Kennt ihr Galette? Sie ist streng genommen ein aus der Bretagne stammender Buchweizenpfannkuchen. Da die umgangssprachliche Galette zwar meist nicht aus Buchweizenmehl besteht, aber nach demselben Schema gefüllt, wird der Name einfach trotzdem verwendet. Vermutlich rein aus Pragmatismus. Die Zusammensetzung erfolgt immer nach dem gleichen Prinzip. Ausgewellter Mürbteig, darauf entweder eine Creme aus Ricotta o.Ä. und belegt mit Früchten oder Gemüse. Oder aber die Creme wird weggelassen.

Supereinfach, flexibel abwandelbar und abgesehen von der Kühlzeit des Mürbteigs auch wirklich schnell gemacht. Schlimmstenfalls könnte man die Kühlung auch weglassen, davon rate ich aber generell ab, da der Mürbteig nur dadurch seine besonders mürbe Konsistenz bekommt. Wie auch immer – ein gelingsicheres Rezept, dass nach Sommer schmeckt. Und nach Gartenküche. Und nach Ernteliebelei. Probiert es aus. Ihr werdet es lieben. Großes Zucchini-Ehrenwort.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für eine Galette

Für den Teig
150 g Mehl (ich: halb Hafermehl, halb Emmervollkornmehl)
110 g Eiskalte Butter
1 Prise Salz
50 g saure Sahne
2 EL kaltes Wasser
Einige Blättchen frischen Thymian (optional)

Für die Füllung
150 g Ricotta
50 g Gruyère (alternativ ein anderer würziger Bergkäse)
3-4 in Öl eingelegte Tomaten (optional)
½ TL Thymianblättchen (frisch oder getrocknet)
Salz
Pfeffer
1 mittelgroße Zucchini

Alle Zutaten für den Teig rasch zu einem Mürbteig verkneten. Diesen zu einer flachen Scheibe drücken und in Frischhaltefolie gewickelt mind. 30 Minuten in den Kühlschrank legen. In der Zwischenzeit die Zucchini in ca. 5mm dicke Scheiben schneiden. Auf einen Teller legen, mit etwas Salz bestreuen und 30 Minuten ziehen lassen. Das sorgt dafür, dass die Zucchini schön bissfest bleiben und noch mehr Aroma entwickeln.
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Für die Füllung den Ricotta glattrühren. Den Käse reiben und mit den Gewürzen zum Ricotta geben. Alles gut vermischen. Die getrockneten Tomaten etwas vom Öl befreien, fein hacken und unter die Käsemasse heben.
Den Teig aus dem Kühlschrank holen und auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche grob kreisförmig auswellen. Die Ricottamasse mit einem Teigspatel darauf verteilen, zum Rand hin ca. 2 cm Platz lassen. Auf die Masse die Zucchinischeiben dachziegelförmig anordnen. Zum Schluss die Teigränder zur Mitte hin einklappen. Das verquirlte Ei mit der Milch mischen und den Rand damit bestreichen. Für ca. 30 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Etwas abkühlen lassen und entweder warm oder kalt servieren. Dazu passt ein frischer grüner Blattsalat.

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