Vanilleporridge mit Gewürzpflaumen – (Kein) Einheitsbrei.

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Ich war über das lange Wochenende in Berlin und finde, man wird dort nochmals viel mehr mit unserer deutschen Geschichte konfrontiert. So viele geschichtsträchtigen Dinge haben sich in unserer Hauptstadt abgespielt – schöne wie auch schreckliche. So gehört der Tag der deutschen Einheit zu den wichtigsten aller positiven Dinge, die sich in Deutschlands Historie abgespielt haben. Wiedervereinigung. Zwei Parteien finden wieder zueinander und vereinigen sich. Bilden eine Einheit. So oft nimmt man dieses Wort doch in den Mund, ohne sich der großen Bedeutung dahinter bewusst zu sein. Im Guten wie im Schlechten. Ich möchte lieber vom Guten sprechen. Wenn ich hier schon meine etwas wirren Gedanken zu dem Thema preisgebe. Eventuell spielt in meinem emotional aufgewühlten Kopfkino zu dem ganzen Einheitsthema eine große Rolle, dass auch der Herzensmensch und ich in absehbarer Zeit eine „Einheit“ bilden. Ganz offiziell. Und im Guten.

Einheiten formen sich aus Dingen, die gut zueinander passen. Die zusammen und miteinander verflochten etwas Starkes bilden. Teilweise sogar etwas Besseres. Manchmal sind Einheiten sogar zwingend notwendig, weil das Eine ohne das Andere gar nicht kann. Der Baum und die Wurzel. Der Fisch und das Wasser. Ebenso Menschen. Nur verbunden mit anderen Menschen ist unser Glück doch vollkommen. Ok, die Fahrt in meiner Gedankenachterbahn nimmt an Geschwindigkeit zu, was nicht unbedingt gut ist. Für euch meine ich. Ich könnte nämlich noch Stunden hier tonlos weiterbrabbeln. Wir müssen aber ja irgendwann noch bei einem Rezept ankommen. Und schon bekomme ich den Bogen gespannt. Die ganze Einheitsgeschichte lässt sich nämlich wie keine zweite auch auf das große Thema Essen münzen. Unvorstellbar viele Einheiten lassen sich hier bilden. Und alle bescheren sowie so schon tollen Zutaten einen noch größeren, eloquenteren und teilweise sogar dekadenteren Auftritt.

Vor allem die Welt der Gewürze bietet hier unendliches Potential. Zimt, Ingwer, Chili, Kardamom, Cumin und Vanille sind nur einige Gewürze, die in meiner Küche nie und nimmer fehlen dürfen. Beim lieben Herrn Zimt bin ich mir nicht sicher, ob das nicht schon als Küchenstalkerei durchgeht. Der folgt mir auf Schritt und Tritt. Auch bei meinem heutigen Rezept spielt er eine große Rolle, hat aber genauso große Nebendarsteller. Die Vanille dürfte allerdings die Hauptrolle übernehmen. Sie wird nämlich schon dem Porridge, hier die Rezeptbasis, hinzugefügt. Am Schluss bilden sie alle miteinander eine wunderbare Einheit. Wobei wir wieder beim Thema wären.

Ich habe für die Pflaumen tief in den Gewürzschrank gegriffen. Sie schmecken aber genauso wunderbar, wenn man sie nur mit etwas Zimt bestreut und eine ausgekratzte Vanilleschote mit in die Backform legt. Hin wie her, ich verspreche euch hier pünktlich zum Oktober und den herbstlichen Aussichten in den nächsten Tagen, souligstes Supersoulfood zum Reinlegen. Von den Pflaumen am besten gleich die dreifache Menge vorbereiten, dann hat man für die nächsten Tage noch welche griffbereit. Im Kühlschrank lagern sie sich bis zu 5 Tagen sehr gut. Wer keine Pflaumen oder Zwetschgen griffbereit hat, kann das Ganze auch auf genau die gleiche Art und Weise mit Äpfeln zubereiten. Die bilden mit den Gewürzen eine ebenso gute Einheit. Und darum geht’s ja schließlich.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

Für das Porridge
8 EL Haferflocken (ich: fein und grob gemischt)
2 EL Haferkleie
1 EL Chiasamen (optional)
300 ml (Getreide-)Milch (ich: Mandelmilch)
½ ausgekratzte Vanilleschote oder alternativ das Mark davon
1 TL Honig (vegan: Ahornsirup)

Für die Gewürzpflaumen
8-10 Pflaumen oder Zwetschgen
1 TL Kokosblütenzucker (oder normaler Zucker)
Etw. Zimt
½ ausgekratzte Vanilleschote
2 Kardamomkapseln
¼ Tonkabohne

Andere Toppings
Nüsse nach Wahl
Mandelmus
Medjooldatteln
Hanfsamen
Kakaonibs

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Pflaumen halbieren, den Stein entfernen und mit der Innenseite nach oben in eine Auflaufform legen. Mit etwas Kokosblütenzucker und Zimt bestreuen. Die Kardamomkapseln anknacken und zusammen mit der Tonkabohne und der Vanilleschote in die Auflaufform legen. In den Ofen schieben und ca. 10-15 Minuten backen, bis die Pflaumen weich sind und der Saft austritt. Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.
In der Zwischenzeit das Porridge zubereiten. Hierfür die Milch mit der Vanilleschote oder dem Vanillemark zum Kochen bringen. Die Haferflocken, die Haferkleie und die Chiasamen unterrühren und 2-3 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Vom Herd nehmen, den Honig einrühren und auf Schüsseln verteilen. Die lauwarmen Pflaumen darauf geben und mit den restlichen Toppings versehen. Warm genießen.

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