Mangold mit Kichererbsen – Bunte Frühsommergefühle.

Wenn ich um diese Jahreszeit über den Stuttgarter Wochenmarkt laufe, hab ich immer ein ganz eigenartiges Gefühl im Bauch. Irgendwie erinnert es an Schmetterlinge oder Verliebtsein. Glücksgefühle. Zufriedenheit. So ein Alles-ist gut-Gefühl. Das Zusammenspiel aus der üppigen Vielfalt des Frühsommers, wenn der Spargel übergeht in Zucchini, Auberginen, Tomaten – alles dann langsam aus regionalem Anbau – mit der Farbenvielfalt der angebotenen Dinge. Dunkelrote Kirschen neben leuchtendorangenen Aprikosen, rote und gelbe Tomaten neben sattgrünen frischen Erbsen. Blaubeeren, Erdbeeren, Steinobst. Salate, Blattspinat, lila Bohnen. Da muss ich mich im Stillen immer vor der Natur verbeugen und bin unendlich dankbar, mit was wir von ihr beschenkt werden.

Auch wenn wirklich jegliches Obst und Gemüse für mich eine natürliche Schönheit besitzt, hab ich doch auch hier wieder ganz klar meine Lieblinge. Die mich dann wirklich zum Anstarren bringen. Gaff mich nicht so an, Hannah, flüstern die dann aus ihren Kisten und von ihren Auslagen. Aber ich kann nicht anders. Bin ganz entzückt. Dazu gehören für mich unter anderem französische Aprikosen mit ihren roten Bäckchen auf dem tollen Orange. Oder auch das beständige Blau der Blaubeeren. Aber allen voran, ungetoppt auf Platz eins, hat der bunte Mangold hier sein Krönchen auf. Verdient, finde ich. Die bunten Stiele machen mich echt immer ganz hibbelig. Und ich die Marktdamen. Die dann extra nochmal im Lieferwagen in der anderen Kiste nachschauen müssen, ob da noch Mangold mit orangefarbenen Stielen ist, weil in der Auslage nur noch welcher mit pinken Stielen liegt. Denken wahrscheinlich, ich bin völlig irre. Am Schluss landet eh alles in einem Topf. Aber das ist es ja genau. Da soll nicht nur pink landen, sondern auch weiß, orange und rot. So dass ich nämlich beim schnibbeln auch wieder ganz hibbelig werde. Diese Farben. Unglaublich. Naturzauber ist das doch.

So, nun aber noch zum Rezept. Nachdem also das halbe Marktkörbchen voller Mangold ist, da wir hier dasselbe Thema wie beim Spinat haben – zusammenfallen beim Blanchieren und so – kommt mal wieder der liebe Herr Ottolenghi ins Spiel. Auf den ersten Blick würde man das gar nicht denken, denn: man braucht für dieses superleckere Sommergericht hier nur 6 (!) Zutaten. Ich hab schon an seinem Kochbuch gezweifelt, als ich es das erste Mal ausprobiert habe. Dachte, das muss ein Druckfehler sein, da hat er doch was vergessen. Hat er nicht. Es ist grandios. Und grandios einfach. Und leicht. Perfekt für laue Sommerabende. Oder für den nächsten Tag im Büro. Dazu etwas gegrillter Halloumi kann ich mir spitze vorstellen. Oder Feta aus dem Ofen (oder vom Grill). Oder einfach so genießen. Er ist und bleibt einfach mein Küchengott, der gute Ottolenghi. Und der Mangold mein Frühsommer-Gemüsegott.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

150-200 g bunter Mangold
3 mittelgroße Möhren
1 TL Kümmelsamen (ich: gemahlener Kümmel)
250 g gekochte Kichererbsen (frisch oder aus der Dose)
1 EL gehackte Minze
1 EL gehacktes Koriandergrün (ich: weggelassen)
1-2 EL Zitronensaft
Salz
Schwarzer Pfeffer
Olivenöl
100g griechischer Naturjoghurt (vegan: Sojajoghurt)

Mangold in Stiele und Blätter trennen. Die Stiele und Blätter jeweils in 1 cm breite Streifen schneiden. In kochendem Salzwasser zunächst die Stiele 3 Minuten blanchieren. Dann die Blätter hinzufügen und weitere 2 Minuten blanchieren. In einem Sieb abgießen und kalt abschrecken. Vor der weiteren Verwendung gründlich ausdrücken. Die Möhren schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die Kichererbsen abgießen und abtropfen lassen. Die Kräuter fein hacken.
In einer großen Pfanne einen guten Schuss Olivenöl erhitzen. Die Möhren zusammen mit den Kümmelsamen bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten anbraten. Den Mangold und die Kichererbsen hinzufügen und weitere 6 Minuten erhitzen. Dann die Kräuter und den Zitronensaft unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Gemüse vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen. Den griechischen Joghurt mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer verrühren. Das Gemüse hügelförmig auf Tellern anrichten und in die Mitte einen Klecks Joghurt setzen. Mit etwas Pfeffer übermahlen und mit Olivenöl beträufeln.
Schmeckt warm als auch bei Raumtemperatur.

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