Mamas Hirsebrot – Brotgeschichten.

Brot finde ich ein sehr, sehr heikles Thema. Ein frisch gebackenes, saftiges Brot mit knuspriger Krume kann einen in andere Hemisphären katapultieren. Noch ganz leicht warm, mit Butter bestrichen und etwas Salz bestreut, hat man dann doch das Gefühl, man futtert gerade das pure Glück in sich hinein. Auf der anderen Seite kann einen ein Brot auch schlagartig auf den harten Boden der Realität zurückholen. Trocken, billiges Mehl und Backtriebmittel – für mich der Inbegriff der Bäckereiketten in Supermärkten. Davon habe ich mich schon vor sehr langer Zeit verabschiedet. Leider kommt man trotzdem nicht immer drum herum, da viele Frühstückscafés leider noch nicht den hohen Wert von gutem Brot erkannt haben.

Es gibt also drei Möglichkeiten:

1. Auf die Suche nach einer guter Bäckerei gehen, die ihr Handwerk versteht und diese zur Stammbäckerei machen
2. Beim Frühstück außerhalb entweder Glück haben oder in den sauren Apfel beißen.
3. Einfach sein Brot selbstbacken.

Ich gebe zu, Letzteres ist bei mir auch nicht jede Woche der Fall. Wir haben zum Glück einen ganz tollen Bäcker in unserem Bioladen – der ist fast unschlagbar. Wenn ich es mir recht überlege, habe ich in letzter Zeit sehr wenig Brot selbstgebacken. Früher hab ich das öfters gemacht. Das möchte ich wieder ändern.

Dieses Hirsebrot, das ich am Wochenende mal wieder gebacken habe, hat mich nur darin bestärkt. Ein ganz tolles Rezept, das ich von meiner Mama habe. Der Duft erinnert mich auch immer etwas an zuhause. Mama hat früher ziemlich häufig unser Brot selbstgebacken. Ich habe das Rezept minimal abgewandelt und mache noch einen guten Schluck Buttermilch rein. Das macht es besonders saftig. Man kann aber auch nur Wasser verwenden. Die Hirse verleiht dem Brot eine ganz feine, körnige Struktur und einen leicht nussigen Geschmack. Vielleicht werde ich das Ganze auch mal mit Quinoa statt Hirse versuchen. Das schmeckt sicher auch wunderbar.

Das Brot hält sich locker einige Tage, schmeckt aber ganz frisch (und noch lauwarm) am allerbesten. Entweder dick mit Avocado und etwas Salz und Pfeffer, mit Frischkäse und Kresse oder mit Ziegenfrischkäse und Honig. Dafür würde ich so Einiges stehen und liegen lassen.

Habt es fein.
Eure Hannah

Ergibt Teig für eine Kastenform (30 cm Länge)

500 g Mehl (ich: 400 g Dinkel 1050, 100 g Roggenvollkorn)
150 g Hirse
½ Würfel Hefe (oder 1 Pck. Trockenhefe)
ca. 400 ml lauwarmes Wasser (ich: 300 ml Wasser, 100 ml Buttermilch)
Salz
1 Prise gem. Kardamom (optional, ich: 1 Prise Kreuzkümmel, 1 Prise gem. Koriander)

Die Hefe und die Buttermilch (falls verwendet) aus dem Kühlschrank holen, damit sie Zimmertemperatur annehmen. Die Hirse gut mit kaltem Wasser durchspülen und nach Packungsanweisung kochen. Etwas auskühlen lassen. Mit dem Mehl in eine Schüssel geben.
Die Hefe darüber bröckeln. Das Wasser und die Buttermilch zugießen. Kräftig Salz sowie die anderen verwendeten Gewürze hinzufügen. Alle Zutaten gut miteinander verkneten. Der Teig sollte noch etwas feucht-klebrig sein. Wenn er zu feucht ist, noch etwas Mehl zugeben.
An einem warmen Ort 45 Minuten gehen lassen. Die Kastenform mit Backpapier auslegen. Den Teig hineingeben und weitere 20 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die ersten 25 Minuten eine Tasse Wasser zu der Kastenform in den Ofen stellen. Das macht das Brot schön fluffig. Dann nochmals 20 Minuten ohne das Wasser backen. Herausnehmen, abkühlen lassen und dann noch ganz leicht warm genießen.

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5 Kommentare

  1. Hi! Danke für das Rezept! Ich übe mich momentan im Brot backen und probiere so allerlei aus ! Hirse hatte ich jetzt aber noch nicht, also mal wieder was neues :))…Also herzliche Grüße ausm urlaub im passeiertal und ein schönes Wochenende! 😉 Maren

    1. Liebe Maren,
      ich bin gespannt, wie dir die Hirse im Brot schmeckt und wünsche dir gutes Gelingen und weiterhin viel Spaß beim Ausprobieren verschiedenster Brotrzepte 🙂
      Viele Grüße
      Hannah

  2. Hallo Hannah, wir haben das Hirsebrot jetzt schon zwei mal gebacken. Es schmeckt wirklich super. Statt Wasser haben wir Milch genommen. Das nächte Brot probieren wir mit Buttermilch. Liebe Grüße!

    1. Liebe Edeltraud, freut mich sehr, dass euch das Brot so gut schmeckt. Wir mögen es auch total – es ist so wunderbar weich und fluffig, bekommt aber durch die Hirse auch eine etwas körnige Konsistenz. Milch statt Wasser werde ich auch mal ausprobieren. Euch noch einen schönen Feiertag.
      Liebe Grüße Hannah

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