Kürbis-Paprika-Suppe – Herbstliebelei.

Kürbis. Der Inbegriff des Herbstbeginns. Meine Erinnerungen an Kürbis reichen bis ins früheste Kindesalter zurück. Wie wir am Tisch saßen und Kürbisse ausgehöhlt haben. Die Kerne waren immer ganz schön flutschig. Die hat mein Papa dann gesalzen und im Ofen geröstet. Das war lecker. Bei meinem Bruder und mir ging es indessen darum, wer das bösere Kürbisgesicht hinbekommt. Ich glaube, er hat immer gewonnen. Vielleicht manchmal auch ich. Woran ich mich auch erinnere, ist die gefühlt endlose Warterei auf die Dunkelheit. Dann durfte man die Kürbisgeister endlich vor der Haustüre anzünden. Eines der Highlights in der Herbst- und Kürbiszeit. Wobei bei mir Laterne-Laufen (das hieß früher echt so) auch ganz hoch im Kurs stand. Dafür hat die Mama ganz schön tolle Laternen mit uns gebastelt. Kastanien sammeln und deshalb zu spät zur Schule kommen, das war auch so ein Ding. Tonnenweise wurde Kastanien heimgeschleppt. Und lagen dann letztendlich vertrocknet und etwas verstaubt monatelang im Zimmer rum um sie dann irgendwann wegzuschmeißen und ein paar Wochen später gabs dann schon wieder welche, die man sammeln konnte. Genauso verhielt es sich mit bunten Blättern. „Schau mal, das ist doch schön!“ „Und das erst!“ „Hannah-Lena, komm jetzt bitte!“ „Jaaa. Aber schau mal, das ist auch total schön. So rot.“ Letztendlich kommt mein kaputter Rücken wahrscheinlich von den ganzen Herbstblättern, die ich nach Hause schleppen musste.

Jaja, so war das. Gehörten die Kartoffelstempel auch in die Herbstzeit? Verbinde ich irgendwie auch damit. Jedenfalls fand ich den Herbst schon immer sehr toll. Boah, Esskastanie. Fast hätte ich sie vergessen. Auf jeden Fall auch so ein Herbstabend-Familiending bei uns. Eingeschnitzt im Holzofen geröstet und dann nach dem Abendessen genüsslich verspeist. Ganz schön heiß waren die immer. Ich glaube, es wurde deutlich: ich bin ein Herbstfan. Ein großer sogar. Ich liebe die Farben und das Licht ganz besonders. An einem schönen Herbstmorgen wirkt dadurch alles so friedlich. Irgendwie vollkommen. Da ich der Rubrik Morgen-Jogger angehöre, merke ich immer daran, wie die Luft morgens plötzlich wieder richtig klar ist, dass die Herbstzeit begonnen hat. Auch wenn es tagsüber noch richtig warm sein kann, ist die Luft morgens ganz anders als im Sommer oder Spätsommer. Yoga macht mir im Übrigen im Herbst und Winter auch mehr Spaß als im Sommer. Weil man sich im Savasana am Schluss so schön in ne Decke mummeln kann. Nicht zu vergessen die dicken Wollsocken. Ok, das ist wahrscheinlich jetzt nicht von wirklichem Interesse. Es soll ja schließlich auch um ein Rezept gehen. Ich weiß. Also, dann hier eine ganz einfache Rechnung: Herbstliebe = Kürbisliebe = Kürbissuppenliebe. Zumindest trifft das auf mich zu. Kürbissuppe gehört zu den Dingen, die ich zu Beginn der Kürbiszeit bis zur Vergasung essen könnte. In jeglicher Form. Mit Kokosmilch, Curry und Ingwer wird sie zu meinem Suppenliebling.

So ca. ab Ende Januar passiert es dann, dass der Herzensmensch und ich uns sattgegessen haben. Generell an Kürbis. Ziemlich doof nur, dass mein Papa dann von der Ernte im Herbst meistens noch welche im Keller liegen hat, die weg müssen. Puh. Das wird dann immer ganz schön hart. Bin ich froh, wenn es dann wieder Frühling wird. Aber spätestens im September freu ich mich wie ein kleines Kind, wenn ich die lustigen und farbigen Kürbisformen jeglicher Art wieder entdecke. Und die Geschichte geht von vorne los.
Deshalb nun also ganz schnell zum Rezept. Die Kombination mit Paprika ist genial und hat definitiv das Potential, zum Suppenlieblich Nummer zwei zu werden. Das Rezept stammt vom Gewürze-Guru Alfons Schuhbeck. Er fügt der Suppe noch geröstete Brotwürfel hinzu. Haben wir auch schon ausprobiert und für superlecker empfunden. Ich schreib sie einfach mit dazu, auch wenn wir sie meist weglassen. Ansonsten wenn möglich wirklich an die angegebenen Zutaten halten. Bei den Rezepten vom lieben Herrn Schuhbeck verleiht gerade das Zusammenspiel der verschiedenen Gewürze diesen den Zauber. Ok, Galgant müsst ihr euch nicht extra besorgen. Hatte ich bis vor kurzem auch nicht und habe stattdessen immer gemahlenen Ingwer genommen. Der Unterschied ist minimal.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

300 g Kürbisfleisch (Butternuss, Muskat oder Hokkaido)
1 rote Paprika
1 Zwiebel (Schubeck: keine Zwiebel)
450 ml Hühnerbrühe (ich: Gemüsebrühe)
50 ml Sahne
50 ml Kokosmilch
20 g Butter
Olivenöl
½ EL Petersilie
½ ausgekratzte Vanilleschote
1 TL mildes Currypulver
1 kl. Zimtsplitter (von einer Zimtstange abgebrochen)
Chilipulver
Gemahlener Galgant
Salz

Für die Brotwürfel
1 Scheibe Weißbrot (oder anderes Brot)
Olivenöl

Je nach Kürbisart den Kürbis schälen, die Kerne mit einem Löffel auskratzen und das Kürbisfleisch grob würfeln. Eine Kürbisspalte für die Einlage zur Seite legen. Die Paprika waschen, schälen und vierteln. Ein Viertel ebenfalls zur Seite legen. Den Rest grob würfeln.
Die Zwiebel ebenfalls schälen und grob hacken. Das Brot in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die Petersilie waschen, etwas trockenschütteln und fein hacken. Etwas Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und Kürbis, Paprika und Zwiebel kurz darin anschwitzen. Dann mit der Brühe aufgießen und ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis schön weich ist. Mit Sahne und Kokosmilch aufgießen, das Currypulver hinzugeben und mit dem Pürierstab zu einer sämigen Suppe pürieren. Dann die Butter einrühren. Die Vanilleschote und den Zimtsplitter in die Suppe legen und einige Minuten ziehen lassen. Beides wieder entfernen und die Suppe mit einer Prise Galgant, Salz und etwas Chilipulver abschmecken.
In einer separaten Pfanne die beiseitegelegten Kürbis- und Paprikawürfel in der restlichen Brühe einige Minuten dünsten, so dass sie weich sind, aber dennoch etwas Biss haben. Die Petersilie unterrühren und mit Salz, Pfeffer und etwas Chilipulver würzen.
Für die Brotwürfel das Brot in würfeln. In einer weiteren Pfanne Olivenöl erhitzen und die Brotwürfel darin ebenfalls einige Minuten bei relativ hoher Hitze rösten. Die Suppe in (am besten vorgewärmte) Schüsseln füllen und etwas von der Einlage und den Brotwürfeln in der Mitte platzieren.

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