Gebratener Rosenkohl und marinierter Tofu – Ottolenghi eben.

Bei Rosenkohl scheiden sich tatsächlich die Geister. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn und manche hassten ihn zunächst um ihn dann lieben zu lernen. Ich liebte ihn und liebe ihn noch. Eigentlich ist meine Liebe so groß, dass er von Anfang Dezember bis mindestens Mitte Februar jeden Samstag auf dem Wochenmarkt in meinem Körbchen landet. Das hört sich jetzt selbst für mich etwas gagga an, wenn ich das so lese. Aber es stimmt. Wenn es dann allerdings darum geht, wie er verarbeitet wird, sind wir ziemlich eingefahren. Der Herzensmensch mag ihn gerne nach Jamie’s Art in feine Streifen geschnitten, mit Rosmarin, Speck und Worcestersauce und dazu Kartoffelpüree. Mag ich auch gerne, aber eben halt gerne und nicht supergerne. Gerne mögen wir auch ein Curry mit Rosenkohl, Kartoffeln und Linsen. Oder mit Ghee, Honig und gehackten Mandeln gebraten. Gerne mag ich wiederum auch die Kombination Süßkartoffeln, Rosenkohl, Ziegenkäse und Belugalinsen, als lauwarmer, energiespendender Salat fürs Büro unschlagbar.

Ihr seht, es gibt eine Vielzahl an Rezepten, die wir regelmäßig gerne machen. Es gibt aber ein Rezept, das mag ich nicht gerne. Das mag ich supergerne hoch tausend. Der liebste und meinerseits sehr verehrte Yotam Ottolenghi und sein famoses Kochbuch „Geussvoll vegetarische“ hat mich mit diesem Rezept völlig aus der Fassung gebracht. Seitdem bin ich noch eingefahrener was die Auswahl an Rosenkohlrezepten angeht. DAS ist es! Dachte ich mir, als ich es das erste Mal gegessen habe. DAS und KEIN anderes! Das Aroma, das der Rosenkohl durch das Anbraten bekommt, kombiniert mit der Marinade des Tofu… Sabber! Und vegan ist es auch noch (sofern man den Honig durch Ahornsirup ersetzt).

Ich will jetzt aber gar nicht zu viel verraten, sondern einfach nur inständig darum bitten, es auszuprobieren. Sollte es euch nicht schmecken, dürft ihr danach gerne motzen und mich doll schimpfen, aber bitte, bitte erstmal ausprobieren. Sollte ich euch nun schon mal an diesen Punkt gebracht haben, bitte ich euch weiter darum, etwas Zeit einzuplanen. Es ist kein extrem aufwendiges Gericht, erfordert aber ein paar Arbeitsschritte und vor allem sollte man die ganze Zeit dabeibleiben, damit nichts anbrennt. Ich habe das Rezept ein klitzekleines Bisschen abgewandelt, da mir die Ölmenge etwas zu viel war und auch wenn ich Koriandergrün liebe, auch das war mir etwas zu viel des Guten. So, und nun ran an die Pfannen.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser

Für die Marinade:
1 EL Reisessig
2 EL Sojasauce
1 EL Ahornsirup oder Honig
1 ½ EL süß-scharfe Chilisauce (oder eine kleine rote Chilischote)

300 g Rosenkohl
200 g Tofu
120 g g Shitakepilze (oder braune Champignons)
½ rote Chilischote (ich: gelb)
Olivenöl
Salz
Koriandergrün

Zunächst die Marinade vorbereiten. Dazu die Zutaten in einer Schüssel gut verrühren. Den Tofu in 1 cm dicke Streifen und nochmals quer in Quadrate schneiden. Diese mit der Marinade vermengen und beiseite stellen.
Vom Rosenkohl den Stielansatz und die äußeren Blättchen entfernen. Halbieren oder in breite Streifen schneiden (je nach Größe). Die Pilze putzen und vierteln. Die Chilischote fein hacken.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Rosenkohl mit etwas Salz portionsweise bei starker Hitze ca. 2 Minuten darin anbraten. Dabei möglichst wenig bewegen, er darf auch schön dunkel dabei werden. Dann in eine Schüssel geben und ggf. im Ofen leicht warm halten. In derselben Pfanne wieder Öl erhitzen und die Pilze und die Chilischote darin kurz anschwitzen. Zu dem Rosenkohl in die Schüssel geben. Zuletzt nochmals etwas Öl erhitzen und den Tofu von beiden Seiten ca. 2 Minuten anbraten. Vorsicht, dass das heiße Öl nicht spritzt, wenn die Marinade damit in Berührung kommt. Der Tofu sollte eine schöne karamellbraune Farbe bekommen. Zum Rosenkohl und den Pilzen in die Schüssel geben. Nochmals alles in die Pfanne geben, die restliche Marinade darüber träufeln, ein Teil der Korianderblättchen untermischen und alles gut vermengen. Eventuell nachsalzen. Auf Tellern anrichten und mit den restlichen Korianderblättchen bestreuen. Warm, aber nicht heiß servieren. Wer mag, kann gedämpften Reis dazu servieren.

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