Flammkuchen mit Brombeeren, Bresaola und Bergkäse – Hängengeblieben Teil 2.

Ich glaube, es gibt eine neue Serie bei Schokoladenpfeffer. Die starte ich hiermit mal spontan. „Hängengeblieben“. Was ich darunter verstehe und was sich hinter der Serie verbirgt, ist einfach: Dinge, die ich sehr gerne mag und Speisen, die ich sehr gerne koche. An den ich hängengeblieben bin. Wenn ich darüber nachdenke, kommt er mit voller Wucht in mein Hirn. Der Herzensmensch. Wohl das größte „Ding“, an dem ich vor ein paar Jahren hängengeblieben bin und seitdem ein für mich eher seltsames Klettverhalten an den Tag lege. Mit nichts und niemandem umgebe ich mich lieber als mit ihm. Niemandem höre ich lieber zu und niemandem erzähle ich lieber von all den Gedanken, die ich mit mir herumtrage. Wenn das nicht allein schon Grund genug ist, denn Guten im Oktober zu heiraten.

Jedoch ist er natürlich nicht das einzige „Ding“, an dem ich hängengeblieben bin. Yoga ist auch sowas. Das kam plötzlich in mein Leben. Und blieb. Und es ist nicht mehr wegzudenken. Oder mein Blog. Mein Baby, das mir so viel Freude bereitet. Oh, es gibt so viele Dinge, an denen ich irgendwie hängengeblieben bin. Die mir so wichtig sind, dass ich sie immer und immer wieder tun muss. Die mich ausmachen und ein Teil von mir sind. Ok, das klingt jetzt etwas komisch, wenn ich im nächsten Satz von Flammkuchen rede, aber ihr wisst ja wie ich es meine. An Flammkuchen bin ich gewissermaßen auch hängengeblieben. Ist immerhin das dritte Rezept hier auf Schokoladenpfeffer, das soll was heißen.

Beim letzten Rezept habe ich im Übrigen auch übers „Hängenbleiben“ geschrieben. Zufall? Wohl kaum. Allerdings ging es da eher um die Rote Beete als um den Flammkuchen. Trotzdem lustig – zwei Dinge, an denen ich hängengeblieben bin, die auch noch so unvorstellbar gut harmonieren. Wie auch immer, heute geht’s aber nicht um die Rote Beete. Heute geht’s um die Wurst. Zumindest spielt sie eine kleine Rolle. Wurst. Ein absolut seltener Gast auf meinem Blog. Genau genommen, kam sie noch nie vor. Was aber auch daran liegt, dass sie ein absolut seltener Gast in unserer Küche und in meinem Magen ist. Ab und an ein gutes Stück Fleisch, gerne. Fisch sowieso. Aber Wurst?! Ich unterscheide hier deshalb jetzt mal zwischen Wurst und Schinken. Und lasse dir Wurst links liegen. Ab und an, vielleicht einmal im halben Jahr, esse ich tatsächlich mal gerne Schinken.

Und da bin ich natürlich ziemlich wählerisch, um nicht zu sagen ungemein anstrengend. Ja, der Herzensmensch tut mir manchmal wirklich leid. Immer meine komischen Spirenzchen ums Essen. Wie auch immer. Am liebsten mag ich hauchdünnen, luftgetrockneten italienischen Schinken. Parmaschinken, am besten länger als 12 Monate gereift. Damit er auch etwas Schmackes hat. Oder ansonsten auch noch hauchdünnen, italienischen Kochschinken. Auch hier liegt die Betonung auf „hauchdünn“. Der Schinken muss so dünn sein, dass ich durchgucken kann. Die Metzereifachverkäuferinnen verdrehen nicht selten die Augen, wenn ich ganz arg streng beobachte, was sie da tun und im schlimmsten Fall auch noch Korrekturanweisungen gebe.

Aber hey, meine Party, mein Schinken. Der dritte Schinken im Bunde ist der Bresaolaschinken. Der hat so einen einzigartigen und intensiven Geschmack, das mag ich. Als ich mir dann letztens Gedanken über ein neues Flammkuchenrezept gemacht habe, war bereits klar, dass die Brombeere die Hauptrolle bekommt. Die rote Zwiebel sollte Nebendarstellerin werden. Aber mir hat noch was gefehlt. Die zweite Hauptrolle quasi. Der Prinz oder die böse Stiefmutter. Ich entschied mich für den Prinzen in Form von Bresaolaschinken. Der sieht auch hübscher aus als die Stiefmutti. Und als ich intensiver darüber nachdachte, wurde mir bewusst, dass die Kombination aus den Dreien optisch ganz schön was hermacht auf dem Flammkuchen.

Ein fotogener und äußerst köstlicher Flammkuchen. Da lacht das Foodbloggerherz. Kein Wunder, dass ich gleich dreimal hängengeblieben bin. Falls ihr auch testen wollt, ob ihr dem ganzen etwas abgewinnen könnt – et voilà, das Rezept.

Habt es fein.
Eure Hannah

Für zwei gute Esser (oder zwei Flammkuchen)

Für den Flammkuchen
225 g Mehl (ich: Dinkel 630)
2 EL Olivenöl
125 ml lauwarmes Wasser
1 Eigelb
1 TL Salz

200 g Crème Fraîche
8-10 Scheiben Bresaolaschinken
2 kleine rote Zwiebeln
Eine Handvoll Brombeeren
Ein fingerdickes Stück würziger Bergkäse (ich: Gruyèrzer, 15 Monate gereift)
Salz
Pfeffer

Alle Zutaten für den Teig rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie eingewickelt mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Zwiebel schälen und in dünne Ringe schneiden. Die Brombeeren waschen. Die Creme Fraîche mit etwas Salz cremig rühren. Den Teig in zwei gleichgroße Teile schneiden und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ganz dünn ausrollen. Er darf ruhig etwas formlos aussehen. Die Fladen jeweils auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Creme Fraîche großzügig auf der Teigfläche verstreichen. Den Schinken großzügig in Stücke zupfen und auf dem Flammkuchen verteilen. Die Zwiebeln und die Brombeeren ebenfalls darauf verteilen. Den Bergkäse darüber reiben. Mit etwas Pfeffer würzen und im vorgeheizten Backofen im oberen Drittel ca. 10 Minuten backen, bis der Rand braune Blasen wirft.

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