Apfelstrudeltaschen mit Vanillesauce – das Glück in der Tasche.

Aktuelle Lieblingsbeschäftigung: vor mich hingucken. Einfach dasitzen und alles durch meinen Kopf fließen lassen, was da so an Gedanken kommt. Und das ist einiges. Egal ob in der U-Bahn oder beim Joggen – ich ertappe mich gerade ziemlich oft dabei, wie ich völlig in Gedanken versunken bin und die Welt um mich herum so ziemlich alles machen kann, ohne dass es mich großartig beeindruckt. Schuld an allem ist im Übrigen der Herzensmensch. Der kleine Übertäter.

Unsere Hochzeitswoche ist angebrochen und warum ich momentan so sehr meinen Gedanken nachhänge – wobei ich eigentlich überhaupt keine Zeit dafür habe – liegt daran, dass ich so viel über mein Glück nachdenke. Glück im großen Stil. Das ganz große Glück sozusagen. Es ist alles ziemlich surreal, was momentan passiert. Angefangen überhaupt bei der Tatsache, diesen Menschen getroffen zu haben, der mich mehr kennt als ich mich selbst und für den ich so tiefgehendes Vertrauen empfinde, wie ich es bisher nur meinen Eltern gegenüber empfinde. Mit ihm momentan diese Tage „davor“ zu erleben und wieder mal festzustellen, dass wir quasi aus einem Guss sind, ist das größte Glück. Manchmal sehe ich uns als zwei Rädchen, die unentwegt ineinandergreifen. Immer.

Aber nicht nur der Herzensmensch macht mich gerade nachdenklich (immer noch im positiven Sinn), sondern auch meine anderen Lieben um mich herum. Meine Trauzeugin und beste Freundin, die so viel für mich mitdenkt in der letzten Zeit. Mein Hochzeitsgehirn. Meine Eltern und Schwiegereltern, die mit soviel Liebe und Engagement mit uns auf die Hochzeit hin fiebern. Meine Lieblingsmädels, die mir einen bezaubernden Junggesellinnenabschied beschert haben, von dem ich glückstrunken und beseelt zurückgekommen bin. Das ist gerade alles ziemlich viel Glück.

Und ich muss mich immer wieder sammeln und darüber nachdenken, wie so viel Glück auf einmal zu mir kommen kann. Kennt ihr das? Das man sich fragt, womit man das eigentlich verdient? Letztens kam ich zu dem Entschluss, mir diese Frage nicht zu stellen. Ich kann sie mir sowieso nicht beantworten. Trotzdem komme ich beim meiner Gedanken-Nachhängerei vom Hundersten ins Tausendste. So viele Fragen sind da trotzdem. Wovon hängt Glück ab? Wieviel Glück kommt von außen, wieviel von innen? Inwieweit kann das Glück wirklich beeinflusst werden? Wie misst man Glück überhaupt? Wer legt hierfür den Maßstab? Tja, ich muss sagen, es wird nicht einfacher, je länger ich darüber nachdenke.

Ich glaube aber, ich sollte meinen Gedanken an der Stelle eine Pause gönnen. Denn auch wenn wir in der Hochzeitsplanun bis heute – vier Tage vorher – wirklich tiefenentspannt sind und in keiner Sekunde auch nur im Ansatz in Stress geraten sind, gibt es noch viel zu tun. Weshalb ich nun sage: Tschüss Gedanken, ihr dürft in euer Kämmerchen zurück und dort warten, bis ich wieder Zeit für euch habe. Aber wundert euch nicht, wahrscheinlich hol ich euch schneller wieder raus, als euch lieb ist. Apropos Stress. Immer wieder hört man, dass die letzte Zeit vor der Hochzeit besonders stressig. Man muss noch soviel tun und entscheiden. Ernsthaft? Haben der Herzensmensch und ich uns immer wieder gefragt. Wie gesagt, das Wort Stress kam bei uns schon ziemlich oft im Leben vor, weil wir beide dazu neigen, eher mehr zu machen als weniger.

Aber im Bezug auf die Hochzeit gibt es das Wort nicht. Man hat doch genügend Zeit und kann sich alles in Ruhe einteilen. Aber womöglich ist auch das eine Frage, die keine einfache Antwort zulässt. An die man hundert weitere Fragen anknüpfen kann um am Ende festzustellen, es ist sowieso alles subjektiv. Ich fang deshalb gar nicht erst damit an. Stattdessen komme ich mal zum Wesentlichen. Das mitgebrachte Rezept ist nämlich auch ein absoluter Glücklichmacher. Apfelstrudel in Form von hübschen Täschchen. Ein kleiner Hingucker auf der Kaffeetafel. Gefüllt mit Äpfeln, Rosinen und Pinienkernen. Darüber einen Berg Vanillesauce. Herrlich herbstlich. Herrlich lecker. Und keine Angst vor dem Strudelteig. Er ist nicht schwierig, aber das erkläre ich euch gleich.

Habt es fein.
Eure Hannah

Ergibt etwa 7-8 Strudeltaschen

Für den Teig
250 g Mehl (ich. Dinkel 630)
2 EL Butter
1 Ei
1 Prise Salz
1 EL Öl zum Bestreichen

Für die Füllung
800 g feste, säuerliche Äpfel (ich: Boskop)
1 unbehandelte Bio-Zitrone
80 g Rosinen
2 EL Pinienkerne
60 g Zucker (ich: 30 g Kokosblütenzucker, 30 ml Ahornsirup)
½ TL Zimt
2 EL Semmelbrösel
3 EL Butter

Für die Vanillesauce
400 ml Milch
100 ml Sahne
2 Eigelb
1 EL Speisestärke
1 Vanilleschote
40 g Zucker

Zunächst den Strudelteig vorbereiten. Dazu das Mehl auf ein Brett oder in eine große Schüssel häufen. In der Mitte eine Mulde formen. Die Butter zerlassen und mit dem Ei und einer Prise Salz in die Mulde geben. Vom Rand her das Mehl unter die Zutaten mischen und verkneten. Nach und nach etwa 100 ml lauwarmes Wasser zum Teig geben. Immer kräftig weiter kneten. Der Teig sollte, wenn er das Wasser aufgenommen hat, sehr weich und elastisch sein. Sobald er diese Konsistenz hat, zur Kugel formen, mit etwas Öl einreiben und in Frischhaltefolie gewickelt 30 Minuten ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten. Die Rosinen in etwas Wasser einweichen. Die Äpfel waschen, schälen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Diese nochmals quer in der Mitte durchschneiden und in eine Schüssel geben. Die abgeriebene Schale der Zitrone, 1 EL Zitronensaft, die Pinienkerne, das Zimtpulver und den Zucker zu den Äpfeln geben und gut vermischen. Die Rosinen abtropfen lassen und unterheben. Alles für 10-15 Minuten durchziehen lassen.
Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Öl oder Butter einfetten. Ein großes Küchentuch mit etwas Mehl bestäuben. Den Teig in 7-8 gleiche Teile teilen. Ein kleines Stück übrig lassen um daraus die Schnüre zu formen. Die Teigstücke jeweils dünn ausrollen und dann mit den Händen in alle Richtungen dünn ausziehen, so dass man fast hindurch gucken kann. Lieber etwas zu dünn ziehen und ggf. später kleine Löcher mit etwas Teig kitten. Die Teigfläche dünn mit etwas zerlassener Butter bepinseln. Etwas Semmelbrösel auf die Fläche streuen und die Füllung in einem Häufchen darauf geben. Nun den Teig vom Rand her zu Säckchen hochschlagen und in der Mitte etwas zusammendrücken. Ein kleines Stück Teig zu einer Schnur rollen und diese um den Taschenverschluss legen. Einen Knoten oder eine Schleife formen. Auf das Backblech setzen. So mit allen Taschen verfahren, bis der ganze Teig aufgebraucht ist. Die Taschen mit der restlichen zerlassenen Butter bestreichen und im vorgeheizten Backofen ca. 50 Minuten goldbraun backen. Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.
Für die Vanillesauce in einer kleinen Schüssel die Eigelb mit der Stärke, 2 EL Milch, Zucker und dem ausgekratzten Mark der Vanilleschote gut verrühren. Die Milch mit der Sahne und der ausgekratzten Vanilleschote in einem kleinen Topf aufkochen lassen. Von der Platte nehmen und langsam unter ständigem Rühren zu der Eimischung in die Schüssel geben. Gut verrühren und alles zurück in den Topf gießen. Unter ständigem Rühren nochmals aufkochen und mehrmals aufwallen lassen, dann vom Herd nehmen und zum Abkühlen in ein Kännchen füllen. Lauwarm oder kalt zu den Apfelstrudeltaschen servieren.

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